Teil I
Wir kommen heute zusammen, weil in den letzten Jahren eine Reihe von illegalisierten Bauarbeitern bei Unfällen ums Leben kamen. Zum einen handelt es sich um einen Kollegen aus Ägypten, der bei Abbrucharbeiten hier in der Fährstraße in Wilhelmsburg in diesem Sommer zu Tode kam und zum anderen um den Zusammenbruch eines Baugerüstes auf der Baustelle für die Luxusmall im Überseequartier vor 3 Jahren am 30.10.2023. Hier wurden gleich 5 Arbeiter aus Albanien in die Tiefe gerissen. Schon zwei Jahre zuvor hatte dort ein Arbeiter aus Rumänien sein Leben verloren.
Wie kann es dazu kommen, dass für die neue Hamburger Glitzermeile an der Elbe von der Elbphilharmonie bis zum Überseequartier 7 Arbeiter starben, aber keiner davon aus Hamburg oder Westdeutschland stammte? Bei der Elbphilharmonie handelte es sich um einen Toten, der aus Brandenburg kam und hier auf Montage arbeitete. Aber auf der Westfield-Baustelle starben gleich 6 Arbeiter aus Osteuropa . Und es trifft in hohem Grade vor allem illegalisierte Arbeiter.
Um die Ursachen hierfür zu verstehen, müssen wir uns die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland über die letzten Jahrzehnte vor Augen führen. Und der Blick ist noch weit über die Grenzen hinaus zu richten, weil es einen Weltmarkt für Arbeitskräfte gibt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen sich global stark unterscheiden.
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