Das Subunternehmer-System bringt Verderben und Tod – Rede der Bau FAU zur Gedenkkundgebung am 30.10.2026

Teil I

Wir kommen heute zusammen, weil in den letzten Jahren eine Reihe von illegalisierten Bauarbeitern bei Unfällen ums Leben kamen. Zum einen handelt es sich um einen Kollegen aus Ägypten, der bei Abbrucharbeiten hier in der Fährstraße in Wilhelmsburg in diesem Sommer zu Tode kam und zum anderen um den Zusammenbruch eines Baugerüstes auf der Baustelle für die Luxusmall im Überseequartier vor 3 Jahren am 30.10.2023. Hier wurden gleich 5 Arbeiter aus Albanien in die Tiefe gerissen. Schon zwei Jahre zuvor hatte dort ein Arbeiter aus Rumänien sein Leben verloren.

Wie kann es dazu kommen, dass für die neue Hamburger Glitzermeile an der Elbe von der Elbphilharmonie bis zum Überseequartier 7 Arbeiter starben, aber keiner davon aus Hamburg oder Westdeutschland stammte? Bei der Elbphilharmonie handelte es sich um einen Toten, der aus Brandenburg kam und hier auf Montage arbeitete. Aber auf der Westfield-Baustelle starben gleich 6 Arbeiter aus Osteuropa . Und es trifft in hohem Grade vor allem illegalisierte Arbeiter.

Um die Ursachen hierfür zu verstehen, müssen wir uns die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland über die letzten Jahrzehnte vor Augen führen. Und der Blick ist noch weit über die Grenzen hinaus zu richten, weil es einen Weltmarkt für Arbeitskräfte gibt und die Lebens- und Arbeitsbedingungen sich global stark unterscheiden.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Westdeutschland ist seit den 1950er Jahren durch fallende Wachstumsraten der Produktion, im offiziösen Sprachgebrauch des Bruttoinlandsproduktes, gekennzeichnet gewesen. Die Boomphase in den 1950er Jahren mit durchschnittlich 8% an Wachstum hielt nicht lange an – und von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ging danach die Dynamik zurück. In den 1990er Jahren, jetzt in Deutschland insgesamt, ging es nur noch um eine Zunahme von durchschnittlich ca. 1%. Um den Niedergang des kapitalistischen Systems aufzuhalten bedurfte es grundlegender Veränderungen. Ein großer Einschnitt waren die Hartz-4 Maßnahmen des verstärkten Drucks auf Arbeitslose, die möglichst zur Annahme jeder Arbeit gezwungen werden sollten. Seit dieser Zeit gibt es einen großen Niedriglohnsektor in Deutschland. Aber dies reichte keineswegs für einen neuen Aufstieg der Produktion und der Akkumulation aus. Parallel dazu wurde die Tarifbindung in immer größerem Umfang aufgehoben. Mitte der 1990er erhielten noch rund 80% der abhängig Beschäftigten in Deutschland einen Tariflohn, in den 2020ern sind es nur ca. 50%. Diejenigen, die außerhalb des Tarifsystems arbeiten sind von längeren Arbeitszeiten und niedrigeren Löhnen betroffen. Ein wachsender Teil der ArbeiterInnen leidet somit unter verschärften Ausbeutungsverhältnissen. Und in den letzten Jahren sind die Einbrüche der Realeinkommen aufgrund der Preissteigerungen während der Corona-Jahre selbst für die Tarifbeschäftigten nur gerade so ausgeglichen worden. Ein Anstieg der Reallöhne hat also seit vielen Jahren im Durchschnitt nicht mehr stattgefunden. Dies sind Beispiele für verschärfte Klassengegensätze, die alle abhängig Beschäftigten betreffen, aber bestimmte Gruppen von ArbeiterInnen in viel höherem Maße als andere. Zu einem Gegensatz gehören immer zwei. Die Profiteure dieser Entwicklungen gibt es selbstredend auch. Die Zahl der Millionäre und Milliardäre in Deutschland nimmt immer mehr zu und ihre Vermögen wachsen in einem Ausmaß, das seinesgleichen sucht. Eine große Wachstumsphase konnte durch diese Angriffe auf die Lebensbedingungen der ArbeiterInnen also nicht initiiert werden – die Zunahme der Produktion liegt seit den 1990er Jahren konstant im Durchschnitt der Jahrzehnte bei rund einem Prozent. Aber der Reichtum der wenigen wird immer pompöser. Das gesellschaftliche Klima wird folglich zunehmend giftiger. Es wird immer deutlicher, wem diese Veränderungen nützen und wem sie schaden.

Im Baugewerbe haben die allgemeinen Prozesse ebenfalls stattgefunden. Aber hier – und in einigen anderen Branchen – gib es eine zusätzliche Besonderheit. Die Organisation der Arbeit wurde Stück für Stück in eine bestimmten Richtung umgekrempelt. Und diese Richtung heißt Subunternehmersystem. Sogenannte Fremdleistungen sind insgesamt immer wichtiger geworden und sie sind bei den Großkonzernen am stärksten ausgeprägt. Großbaustellen können nur von solchen Riesenunternehmen als Gesamtauftrag übernommen werden. Einen wachsenden Anteil der Aufträge vergeben die Generalunternehmer an kleinere Subunternehmen zu schlechteren Konditionen und diese wiederum an noch kleinere Subunternehmen – wiederum zu schlechteren Bedingungen. Hochbaufirmen mit über 1.000 Beschäftigten haben einen Anteil von ca. 2/3 am Bruttoproduktionswert für solche Fremdleistungen im Jahr 2020 gehabt. Rund 2/3 des Auftragsvolumens wird also an andere Firmen weitergereicht. Die Kosten für das eigene Personal machten nur noch knapp 13% aus.

Es werden hierbei zusätzliche Profite erzielt, weil der Konkurrenzdruck von Stufe zu Stufe zunimmt. Die Großkonzerne können auf diese Weise höchste Gewinne erzielen und das Risiko von Kriseneinbrüchen nach unten auslagern. Aber dieses Organisationsmodell betrifft nicht nur die größten Baustellen, wie z.B. Westfield mit dem verheerenden Unfall im Jahr 2023 – zeitweilig arbeiteten hier 1.400 ArbeiterInnen gleichzeitig -, sondern die ganze Palette von größeren Aufträgen, also auch die hiesige Baustelle in der Fährstraße.

Einsparpotential gibt es bei den Subunternehmen vor allem dadurch, dass niedrigere Löhne bezahlt, die Arbeitszeit ausgeweitet und die Arbeitssicherheit reduziert wird. Dies nimmt zum Teil solche Dimensionen an, dass Maschinenarbeit wieder durch Menschenarbeit ersetzt wird. Oder wie soll die offizielle Statistik der Arbeitproduktivität im Baugewerbe sonst interpretiert werden? Die Maschinerie ist von Seiten der Baumaschinenhersteller immer weiter erneuert worden und hat an Vielfalt stark zugenommen. Es gibt zum Beispiel auch die ersten Großgeräte wie Bagger mit reinem Elektromotor und Akku usw. Zugleich ist jedoch seit 1991 die Arbeitsproduktivität pro Arbeitsstunde in Deutschland nach offiziellen Daten gesunken. Wie kann das sein? Nun, eine Möglichkeit der Erklärung besteht tatsächlich darin, dass Menschenarbeit partiell Maschinenarbeit ersetzt, was die Arbeitsproduktivität senkt, weil zum Beispiel pro umbauten Raum im Hochbau eine größere Anzahl an Stunden gearbeitet wird.

Wie extrem die Diskrepanz zwischen den Firmen-Größenklassen ist, zeigen die sogenannten Arbeitnehmerverdienste des Statistischen Bundesamtes. Ein Vergleich ist leider nur für das Produzierende Gewerbe, also Bergbau, Industrie und Bau zusammen, möglich und auch nur für die kleineren und mittleren Betriebe bis 49 abhängig Beschäftigten zusammen gegenüber Betrieben ab 1.000 abhängig Beschäftigten. Bei den Männern sind die Bruttoverdienste bei Fachkräften, Angelernten und Ungelernten in den Riesenbetrieben über 40 bzw. über 50% höher. Bei den Frauen ist die Differenz noch größer gewesen. Hier lag sie bei über 60 bzw. über 70% . Ausgangspunkt sind hier die Betriebe mit bis zu 49 abhängig Beschäftigten. Lägen solche Angaben auch für Kleinbetriebe vor, so wäre die Kluft noch größer. Und selbstverständlich sind nur die legalen Beschäftigten berücksichtigt.

Warum ist das so? Die Kampfkraft ist in den Orten der dichtesten Zusammenballung von ArbeiterInnen viel größer als in den kleineren Orten der Produktion. Dort wird viel eher nach Tarif oder vereinzelt darüber hinaus gezahlt. Es ist sofort nachvollziehbar, warum die Generalunternehmen ein solches Interesse an der Auslagerung von großen Teilen der erhaltenen Gesamtaufträge besitzen.

Unsere Forderungen lauten daher:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Mehr Lohn und weniger Arbeitshetze!

Generalunternehmerhaftung jetzt!

Lasst uns solidarischen Widerstand aufbauen!

Teil II

Was hat dies mit der Migration zu tun? Bei Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes von rund 8% in den 1950er Jahren war der Arbeitsmarkt in kürzester Zeit leergefegt. Die Arbeitslosenquote fiel von 11% im Jahr 1950 auf ca. 6% in 1955 und rund 1% in 1960. Schon ab Mitte der 1950er Jahre sollten die ersten Anwerbeabkommen mit Italien und anderen Ländern Abhilfe schaffen. Sie wurden in den 1960er Jahren trotz fallender Wachstumsraten der Produktion mit einer zunehmenden Anzahl von Ländern abgeschlossen, da die Arbeitslosenquote noch immer – im Vergleich zu heute – sehr niedrig war. Mit der Krise von 1973 wurden sie jedoch schlagartig storniert. Seitdem gibt es in Deutschland eine Massenerwerbslosigkeit.

Eine wichtige Folge der Erwerbslosigkeit ist die Unsicherheit über die zukünftigen Lebensbedingungen, da für viele unklar ist, ob überhaupt ein Job gefunden werden kann und welcher Lohn im Falle der Arbeitsaufnahme tatsächlich gezahlt wird. Eine solche Unsicherheit findet ihren Niederschlag in einer wichtigen gesellschaftlichen Größe, der Geburtenrate pro Frau.

In Ostdeutschland nach 1989, wo die Plattmachung nahezu aller Produktionsstätten zu einer riesigen Arbeitslosigkeit und einer Abwanderung nach Westdeutschland in großem Umfang führte, brach diese Geburtenrate in extremster Form ein. Sie sank auf weit unter eine Geburt pro Frau in 1993, wobei zwei Geburten pro Frau die Bevölkerungsgröße erhalten würden. Die Geburtenrate ist in Deutschland und ähnlichen Staaten insofern ein sehr deutlicher Indikator der Unsicherheit über die zukünftigen Lebensverhältnisse. Und seit der schweren Krise von 1973 mit der Folge einer kontinuierlichen Massenarbeitslosigkeit lag diese Geburtenrate pro Frau in Westdeutschland bei ca. 1,4 – 1,5 Kindern – bis heute mit nur wenigen Schwankungen in begrenztem Umfang. In Ostdeutschland stieg sie nach 1993 langsam bis auf das Westniveau in 2005 an und unterschied sich danach nicht mehr wesentlich von jener in Westdeutschland.

Das hätte, im Falle eines abgeschotteten Landes, zu einem starken Rückgang der Bevölkerung, der Erwerbstätigen und der Produktion geführt. Aber ist dies geschehen? Keineswegs. Im früheren Bundesgebiet nahm die Bevölkerung von 1973 bis 1991 um rund 2 Millionen Menschen zu, in Gesamtdeutschland von 1991 bis 2024 um fast 5 Millionen. Mehr noch gilt dies für die Erwerbstätigen.

Nur durch Einwanderungsprozesse konnte ein Rückgang der Bevölkerung verhindert werden. Zwar wurden die Anwerbeabkommen 1973 außer Kraft gesetzt, aber es gab danach andere Wege der legalen und illegalen Einwanderung (bei letzterer vielfach mit späterer Legalisierung). Bis 1990 spielten hierbei der Familiennachzug und das Asylverfahren bei den legalen Wanderungsprozessen eine wichtige Rolle. Nach 1990 sorgte die Freizügigkeit innerhalb der sich immer weiter ausdehnenden Europäischen Union für den Großteil der Zuwanderung. Und es gab in den letzten Jahren einen weiteren gravierenden Umbruch: die Möglichkeiten einen Asylantrag zu stellen und ihn bewilligt zu bekommen, wurden für die meisten Geflüchteten fast unmöglich gemacht, während zugleich die Grenzkontrollen ausgeweitet und Abschiebungen drastisch erhöht wurden. Die „politisch falschen“ Einwanderungen – z.B. von PalästinenserInnen über Weißrussland oder von Kriegsdiestverweigerern aus der Ukraine – sollen ebenso rabiat unterbunden werden wie die „sozial falschen“ Einwanderungen. Dies betrifft vor allem die Qualifikation. Die Arbeitslosenquote lag bei Ungelernten in den Jahrzehnten 1993 – 2013 fast ohne ein Ausnahmejahr bei 20 – 25% und 2015 – 25 schwankte sie zwischen 17 und 21%. Hier ist also der Tisch üppig gedeckt für die Nachfrage nach Arbeitskräften. Anders sieht die Arbeitslosenquote bei FacharbeiterInnen und AkademikerInnen aus. In den zwei Jahrzehnten nach 1992 erreichte sie bei AbsolventInnen einer Lehre oder Fachschule das Niveau von 5 bis 10% und sank dann auf 3 – 4% in 2015 bis 25. AkademikerInnen hatten 1993 bis 2013 eine Quote zwischen ca. 2,4 und 4% und im Zeitraum 2015 bis 25 betrug die Arbeitslosigkeit 2,1 – 3,3%. Die Diskrepanz zu den Ungelernten mit der Größenordnung von 20% ist überdeutlich. Bei den Qualifizierten gibt es zudem partiell sogenannte Mangelberufe, d.h. die Nachfrage übersteigt das Angebot in einigen Berufen. Was machen also die Planungsinstitutionen des Arbeitsmarktes? Neben speziellen Länderabkommen für kleinere Kontingente präzis bestimmter Arbeitskräfte wird das Asylrecht ausgehebelt und stattdessen ein Einwanderungsgesetz beschlossen, das sich am kanadischen Modell eines weißen Siedlerstaates orientiert. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass vor allem Fachkräfte nach Deutschland gelangen können.

Möglich ist die Wanderungsbewegung der ArbeiterInnen nur aufgrund eines extremen internationalen Lohngefälles in der Folge der Herausbildung des Kapitalismus erst in Teilen des westlichen Europas (vor allem Großbritanniens und Frankreichs), dann in Teilen Zentraleuropas (vor allem Deutschlands) und Teilen der weißen Siedlerstaaten (vor allem der USA). Die Kolonisierung der Welt und die anschließenden Formen der imperialistischen Beherrschung ohne formelle Kolonisierung blockierten lange Zeit die Industrialisierung in einem Großteil der Welt und verhinderten zugleich sozialrevolutionäre Umwälzungen soweit dies möglich war. Abgesehen von Formen der Sklaverei hatte diese Politik einen enormen Verelendungsprozess für die Lohnabhängigen zur Folge. Reallohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen wie sie über 150 Jahre in den kapitalistischen Metropolen erkämpft werden konnten, waren hier lange Zeit völlig ausgeschlossen. In vielen Regionen der Welt gilt dies bis heute. Diese Kaskade der globalen Ausbeutungsverhältnisse ist die Voraussetzung für die Wanderungsbewegungen innerhalb des Weltarbeitsmarktes. Um den extremen Formen der Auspressung der Arbeitskraft zu entfliehen, wanderten und wandern heute ArbeiterInnen in die Metropolen – ob mit einem legalen oder illegalen Status. Aufgrund der großen internationalen Kluft zwischen den Arbeitsbedingungen sind viele von ihnen bereit, auch nur zu ein wenig besseren Verhältnissen in den Einwanderungsländern zu arbeiten. Dabei wird die Hoffnung auf bessere Lebensumstände oft genug bitter enttäuscht. In der Landwirtschaft Süditaliens herrschen vielfach sklavenähnliche Verhältnisse bei schwarzen MigrantInnen und die tödlichen Unfälle von illegalisierten Arbeitern auf den Hamburger Baustellen in den letzten Jahren zeigen, dass für manche von ihnen der Traum einer verbesserten Existenz jäh zerschmettert wird.

Die Kapitalseite braucht ArbeiterInnen, die besonders extremen Ausbeutungsverhältnissen ausgesetzt sind – sonst würde das System der Subunternehmerketten auf dem Bau nicht funktionieren können. Und hiervon sind nicht nur, aber vor allem migrantische ArbeiterInnen betroffen. Sind sie zudem noch illegalisiert, so ist der Widerstand hiergegen nochmals schwieriger zu organisieren. Daher kommt es also, dass die neue Hamburger Glitzermeile an der Elbe keine Toten gefordert hat, die in Hamburg oder Westdeutschland geboren worden sind, sondern einen aus Ostdeutschland, einen aus Rumänien und fünf aus Albanien, während in diesem Jahr nochmals ein illegalisierter Arbeiter aus Ägypten auf der hiesigen Baustelle verstarb.

Und die Unfallstatistik in Deutschland zeigt, dass die ausländischen Staatsangehörigen von 6,6% der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Jahr 2023 betroffen waren, aber von 8,5% der sehr schweren Unfälle mit Invaliditätsfolgen und von 17,5% der tödlichen Arbeitsunfälle. Für Österreich hat ein Autor in einer offiziellen Zeitschrift für Arbeitssicherheit die Unfälle nach Nationalitäten auf die Anzahl der jeweiligen abhängig Beschäftigten bezogen. Die höchsten Unfallquoten wiesen dort im Jahr 2018 ArbeiterInnen aus dem Kosovo, Syrien, Irak und Afghanistan auf. Sie lagen weit mehr als doppelt so hoch wie die Quote bei den österreichischen ArbeiterInnen. Es sind also am stärksten Geflüchtete aus muslimischen Staaten und ArbeiterInnen aus der osteuropäischen Region außerhalb der EU von Unfällen betroffen. Damit sind wir wiederum bei Ahmed in Wilhelmsburg sowie Alfred und Astrit mitsamt ihren Kollegen in der Hafencity gelandet.

Wenn obendrein noch schwer verletzte ArbeiterInnen nicht mehr im Krankenhaus behandelt, sondern mit einem Transporter ins Ausland gefahren oder die Toten nicht mehr gemeldet, sondern versteckt und begraben werden, dann sind die Kosten dieser Organisation der Arbeit vollends vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen. Auch deshalb ist es wichtig, hier vor Ort zu intervenieren.

Die Subunternehmerketten bringen Verderben und Tod – für die einen dicke Dividenden, schicke Hütten, Glitzermeilen, Schopping-Malls und Vergnügungszentren – für die anderen.

So funktioniert dieses System und deshalb werden wir es stürzen!

Sichere Arbeitsbedingungen auf dem Bau für alle!

Kontrolle von Firmen statt Illegalisierung von ArbeiterInnen!

Offene Grenzen statt Abschiebung und Abschottung!

Quellen (alle im Internet)

Bei den langfristigen Datenreihen vom Statistischen Bundesamt und der Bundesagentur für Arbeit und deren Forschungsinstitut (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, IAB) wird generell das frühere Bundestgebiet (Westdeutschland) bis 1991 ausgewiesen sowie ab 1991 Deutschland insgesamt.

  • Statistisches Bundesamt: Statistischer Bericht. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 4. Vierteljahr 2024,
  • Tabelle 81000 – 117 Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes seit 1950,
  • Tabelle 81000 – 125 Bevölkerung im früheren Bundesgebiet seit 1970 (1973 62 Millionen und 1991 64 Millionen Personen, in Deutschland insgesamt 1991 80 und 1924 84,7 Millionen Personen); weiterhin Erwerbspersonen und Erwerbstätige seit 1970,
  • Tabelle 81000 – 128 Arbeitsproduktivität im Baugewerbe pro Erwerbstätigen seit 1970 (Index),
  • Tabelle 81000 – 129 Arbeitsproduktivität im Baugewerbe pro Erwerbstätigenstunde seit 1970 (Index),
  • Statistisches Bundesamt: Arbeitnehmerverdienste 2020, Fachserie 16, Reihe 2.3, Tabelle 4.3.1. Deutschland insgesamt (Verdienste von „Leistungsgruppen“ nach Betriebsgrößenklassen – „A.n.“ = „Arbeitnehmer“) LG1: in leitender Stellung, LG2: herausgehobene Fachkräfte, LG3: Fachkräfte, LG4: angelernte Arbeitnehmer, LG5: ungelernte Arbeitnehmer; Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen in Euro von vollzeitbeschäftigten „Arbeitnehmern“ in 2020

BetriebeBetriebeDifferenzDifferenz
Differenz

Bis 49 A.n.Ab 1.000 A.n.In EuroIn %
In %
Männer





LG178229358153619,64

LG242796314203547,56

LG331044873176956,99

LG426734132145954,58

LG524123497108544,98








Frauen





LG159928628263643,99

LG237425929218758,44

LG327184494177665,34

LG421613730156972,61

LG520183290127263,03








  • Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Zahlen. Arbeitsmarkt im Zeitverlauf, Erstellungsdatum: 23.12.2024 Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote ab 1950
  • Bundesagentur für Arbeit: Tabellen, Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten (Jahreszahlen), (2015 – 2025)
  • Brigitte Weber, Enzo Weber: Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit, IAB-Kurzbericht, N. 4 / 2013, S. 2 Abbildung 1 Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten 1975 bis 2011; S. 5 dito in Tabellenform
  • Karl Heinz Hausner, Doris Söhnlein, Brigitte Weber, Enzo Weber: Bessere Chancen mit mehr Bildung, IAB-Kurzbericht, Nr. 11 / 2015, S. 2, Abbildung 1 Verlängerung des Diagramms von Nr. 4 / 2013 bis ins Jahr 2013
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): Statistik Arbeitsunfallgeschehen 2023, Berlin 2024, S. 45, Tabelle 23 (Unfälle nach Staatsangehörigkeit 2023)
  • Karl Körpert: Arbeitssicherheit bei Migrantinnen und Migranten, Sichere Arbeit, Internationales Fachmagazin für Prävention in der Arbeitswelt (herausgegeben von der österreichischen „Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt“), 08.04.2021 (Unfallquoten einzelner Nationalitäten im Jahr 2018 in Österreich)
  • Frederic Hüttenhoff: Harte Arbeit, PECO-Institut, Berlin 2023, S. 9 Fremdleistungen bei Hochbauunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten (viele weitere Daten auch zur Entwicklung der Fremdleistungen)

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