{"id":389,"date":"2017-06-17T21:47:21","date_gmt":"2017-06-17T19:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/hamburg.fau.org\/?p=389"},"modified":"2023-09-12T12:07:43","modified_gmt":"2023-09-12T10:07:43","slug":"g20-in-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hamburg.fau.org\/english\/2017\/06\/17\/g20-in-hamburg\/","title":{"rendered":"G20 in Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl sich einige unserer Mitglieder sicherlich an den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg beteiligen werden, haben wir als FAU Hamburg nicht zu den Protesten aufgerufen. Dies hat vor allem zwei Gr\u00fcnde:<!--more--><\/p>\n<p>Zum einen stehen wir den seit 1999 in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden stattfindenden Gipfelprotesten grundlegend kritisch gegen\u00fcber. Das unmittelbare Kernst\u00fcck der syndikalistischen Praxis ist die Direkte Aktion. Dieses Konzept hat den Anspruch nicht zu den vermeintlich Herrschenden zu laufen und dort um eine Verbesserung unserer Lebensumst\u00e4nde zu betteln. Nichts anderes ist aber der Protest bei solchen Gipfeln, egal wie militant er ausf\u00e4llt.<br \/>\nIm besten Fall wird &#8211; unter hohem pers\u00f6nlichem Risiko f\u00fcr die Aktivist_innen und hohem finanziellen Aufwand f\u00fcr die aufrufenden Organisationen &#8211; der Gipfel unterbrochen und an anderer Stelle fortgesetzt. Eine konkrete Verbesserung f\u00fcr uns Lohnabh\u00e4ngige wird dadurch nicht erk\u00e4mpft. Die Direkte Aktion sieht aber eben dies vor.<br \/>\nIm allgemein politischen Leben kann dies hei\u00dfen, Nazis aus den Stadtteilen zu vertreiben, Zwangsr\u00e4umungen zu verhindern oder vielleicht einfach, die Spielger\u00e4te auf dem n\u00e4chsten Spielplatz auszubessern.<br \/>\nIm Betrieb k\u00f6nnen durch Direkte Aktionen die Arbeitsgeschwindigkeit gedrosselt oder Abl\u00e4ufe f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten erleichtert werden, und durch den konkreten Arbeitskampf &#8211; mit dem Streik als st\u00e4rkster Direkter Aktion &#8211; k\u00f6nnen die Arbeitgeber_innen zu Eingest\u00e4ndnissen gezwungen werden. Dies erfordert allerdings mehr als ein abenteuerreiches Demo-Wochenende. Es erfordert kontinuierliche Arbeit in unserem direkten Lebensumfeld; wobei sich die FAU als international agierende Gewerkschaft mit K\u00e4mpfen weltweit solidarisch zeigt.<\/p>\n<p>Zum anderen gef\u00e4llt uns die von den meisten Organisationen vorgetragene Kritik am G20-Gipfel nicht. Zwar treffen sich dort mit Putin, Erdogan, Trump u.a. autorit\u00e4re Menschenfeinde, gegen die es sich eigentlich immer zu demonstrieren lohnt, aber die Rhetorik vom Treffen der Herrscher der Welt, die R\u00e4nke schmieden, um das arme Volk auszubeuten, ist uns zutiefst zuwider.<br \/>\nEinerseits zeigen die letzten Verwerfungen zwischen EU und Erdogan oder Trump und allen anderen, dass die vermeintlich Herrschenden gar nicht so homogen sind, wie gewisse Gipfelgegner_innen dies gerne h\u00e4tten. Andererseits zeigen die Wahlergebnisse von Trump und Erdogan, dass das sogenannte Volk eben nicht so unschuldig ist.<br \/>\nDer Kapitalismus ist ein komplexes System, welches jeden Tag von uns allen reproduziert wird, egal ob Manager_in, D\u00f6nerbudenbesitzer_in, verbeamtet oder lohnabh\u00e4ngig. Wir alle sind gefangen in den Zw\u00e4ngen aus Profit und Konkurrenz. Jede_r ist T\u00e4ter_in, jede_r ist Opfer. Die Vorstellung, eine kleine Gruppe von Akteur_innen beherrsche die Welt, ist nicht nur veraltet, sondern bietet unangenehmste Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr Verschw\u00f6rungstheorien und Antisemitismus &#8211; kein Wunder, dass neue und alte Rechte den Kapitalismus ebenso erkl\u00e4ren.<br \/>\nUnser Ziel ist es nicht einzelne K\u00f6pfe in den Mittelpunkt zu r\u00fccken, sondern jegliche Herrschaft des Menschen \u00fcber den Menschen zu beenden, den Kapitalismus als Ganzes durch ein solidarisches Miteinander zu ersetzen.<\/p>\n<p>Wir gehen davon aus, dass viele der Demonstrant_innen, die nach Hamburg kommen werden, hier sind um f\u00fcr eine Verbesserung der Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr alle einzutreten. Auch wenn sie daf\u00fcr unserer Meinung nach die falsche Form w\u00e4hlen, zeigen wir uns mit diesen selbstverst\u00e4ndlich solidarisch. Au\u00dferdem sind wir gespannt darauf viele Genoss_innen aus aller Welt kennenzulernen.<\/p>\n<p>Daher ist unser Zentrum die <strong><a href=\"https:\/\/libertaereszentrum.de\/\">Schwarze Katze<\/a><\/strong> von Dienstag 04.07. bis Sonntag 09.07. von 10 bis 23 Uhr als Treffpunkt und notfalls R\u00fcckzugsort ge\u00f6ffnet. Es werden warme und kalte Getr\u00e4nke bereitstehen, sowie Essen solange der Vorrat reicht. Handys k\u00f6nnen aufgeladen und die neusten Infos abgefragt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/libertaereszentrum.de\/\">Libert\u00e4res Kultur- und Aktionszentrum &#8218;Schwarze Katze&#8216;<br \/>\nFettstra\u00dfe 23<br \/>\n20357 Hamburg<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl sich einige unserer Mitglieder sicherlich an den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg beteiligen werden, haben wir als FAU Hamburg nicht zu den Protesten aufgerufen. 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