{"id":4057,"date":"2026-02-17T19:17:51","date_gmt":"2026-02-17T18:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/hamburg.fau.org\/?p=4057"},"modified":"2026-02-26T20:12:07","modified_gmt":"2026-02-26T19:12:07","slug":"wehrpflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2026\/02\/17\/wehrpflicht\/","title":{"rendered":"Wehrpflicht"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Am 26. Dezember ver\u00f6ffentlichten wir hier einen Text in Solidarit\u00e4t mit den Bildungsstreiks gegen die Wehrpflicht. Es folgt nun ein weiterer Text zum Thema Wehrpflicht und bewaffnete Verteidigung. Die Meinungen zu diesem komplexen Thema gehen in unserem Syndikat auseinander. Wir m\u00f6chten diesen Text aber trotzdem ver\u00f6ffentlichen, da wir denken, dass wir als libert\u00e4re Bewegung auch Meinungsverschiedenenheiten aushalten sollten und Diskurse mithilfe von solidarischer Kritik f\u00fchren k\u00f6nnen. Der Beitrag spiegelt dabei die Meinung eines Teils des Syndikats wieder.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man die Schlagzeilen in Deutschland verfolgt scheint die Welt von Tag zu Tag gef\u00e4hrlicher zu werden. Und f\u00fcr viele Menschen in Deutschland und dem sogenannten &#8222;Westen&#8220; ist das wohl auch der Fall. Denn nicht nur die Klimakatastrophe, der Zerfall erk\u00e4mpfter Arbeits- und Pers\u00f6nlichkeitsrechte und das zunehmend autorit\u00e4re Auftreten der gew\u00e4hlten Regierungen bis hin zu offenen Angriffen auf die repr\u00e4sentative Demokratie bedrohen die Menschen hier. Auch die M\u00f6glichkeit eines offenen Krieges und der bereits stattfindende hybride Krieg l\u00e4sst Diskussionen aufkommen von denen sich wohl viele erhofft hatten sie nie mehr f\u00fchren zu m\u00fcssen.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> So auch die Diskussion \u00fcber die Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es braucht hier wahrscheinlich keiner Begr\u00fcndung wieso (physische und psychische) Gewalt immer Scheisse ist und jedes Mal wenn Gewalt vermieden werden kann, ist dies ein Erfolg f\u00fcr alle Beteiligten. Es gibt aber Situationen, in denen Gewalt ausge\u00fcbt wird, die nicht durch friedliche Mittel verhindert oder aufgehalten werden kann und in diesen Situationen sind bestimmte Formen der Gewalt notwendig &#8211; zur Selbstverteidigung und zur Herstellung einer Situation in der wieder gewaltfreie Mittel angewendet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nun in der momentanen geopolitischen Situation eine milit\u00e4rische Aggression durch die Russische F\u00f6deration (oder genauer durch Putin und sein innerer Zirkel) gegen ein anderes Land wie aktuell in der Ukraine <a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a> besteht oder zumindest nicht unwahrscheinlich ist, stellen sich folgende Fragen: Darf und soll Mensch sich mit Gewalt verteidigen? Was genau wollen wir verteidigen? Und wie wollen wir es verteidigen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Darf man k\u00e4mpfen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die erste Frage l\u00e4sst sich beantworten, wenn man sich vor Augen f\u00fchrt was passiert, wenn man sich f\u00fcrs Nichtk\u00e4mpfen also f\u00fcr eine bedingungslose Kapitulation entscheiden w\u00fcrde. Die Folgen w\u00e4ren nicht ein Ende der Gewalt, sondern eine Fortf\u00fchrung der einseitigen Gewalt. Die Bev\u00f6lkerung in den besetzten Gebieten in der Ukraine leidet unter der enormen Repression des russischen Regimes. Meinungs- und Versammlungsfreiheit werden systematisch unterdr\u00fcckt. Der Bildungssektor wird komplett gleichgeschaltet um die Staatspropaganda zu verbreiten. Etliche Menschen werden verschleppt, mittlerweile wurden fast 20&#8217;000 Kinder in Umerziehungslager gesteckt<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Und selbst vor dem reihenweisen t\u00f6ten unbewaffneter oder gar gefesselter Zivilisten wird nicht zur\u00fcckgeschreckt<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der immensen Gewalt die gegen Menschen angewendet wird, welche <em>nicht<\/em> k\u00e4mpfen, l\u00e4sst sich klar erkennen, dass die eigene Gewaltlosigkeit kein Schutz vor den Schrecken des Krieges ist. Um der Gewalt zu entgehen bleibt h\u00f6chstens die Flucht, die aber erstens nicht immer m\u00f6glich ist, zweitens nur solange funktioniert, wie man noch einen Ort hat, wohin man fliehen kann und drittens ihre eigenen Leiden mit sich bringt, angefangen mit dem Verlust der Heimat und der Schwierigkeit ein Leben an einem neuen Ort aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich nun daf\u00fcr entscheidet sich und andere mit der Waffe zu verteidigen, produziert man aber selber wieder Gewalt. Nicht umsonst gibt es den alten linken Slogan &#8222;Arbeiter schiessen nicht auf Arbeiter!&#8220;. Denn die Menschen, die man verwundet oder t\u00f6tet, sind keine gesichtslosen Massen wie in Filmen und Games, sondern allesamt Menschen, die &#8211; wie alle anderen Menschen &#8211; ein langes und gl\u00fcckliches Leben verdient haben. Und die Zusammensetzung der russischen Armee ist auch nicht homogen. Da gibt es jene, welche die kriegerische, imperialistische Politik von Putin voll und ganz mittragen, es gibt aber auch jene die dies nicht tun aber aus wirtschaftlichen oder andern Zw\u00e4ngen in den Milit\u00e4rdienst gerieten. Doch dies hebt das Recht auf Selbstverteidigung nicht auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man abends auf der Stra\u00dfe von einem aggressiven Typen angegriffen wird und man weder wegrennen noch die Situation deeskalieren kann, dann darf man sich nat\u00fcrlich auch mit den notwendigen Mitteln verteidigen. Und dies gilt unabh\u00e4ngig davon, aus welchen Gr\u00fcnden die Person einen angreift. Egal ob die Person unter Einfluss von Drogen steht, aufgrund einer psychischen Erkrankung gewaltt\u00e4tig wird oder einfach ein chauvinistisches Arschloch ist, im Moment des Angriffs kann man an der Ursache nichts \u00e4ndern, man kann sich nur verteidigen und dies erfordert ein gewisses Ma\u00df an k\u00f6rperlicher Gewalt. Die L\u00f6sungen f\u00fcr die Ursachen der Probleme sind durchaus friedvolle: Pr\u00e4vention von Drogenmissbrauch, niedrigschwellige und kostenlose psychologische Hilfe und die \u00dcberwindung patriarchaler Strukturen und toxischer M\u00e4nnlichkeit erfordern alle keine Gewalt. Aber genauso wie einem diese wichtigen und richtigen Methoden im Moment des Angriffs nicht sch\u00fctzen, helfen alle Bem\u00fchungen um eine generell friedliche und gewaltfreie Welt der Bev\u00f6lkerung in der Ukraine und anderen angegriffenen L\u00e4ndern, solange die Bomben fallen und Truppen einmarschieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Soll man k\u00e4mpfen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn es nun die gewaltvolle Verteidigung moralisch vertretbar ist, stellt sich die Frage, ob sich daraus auch eine moralische Pflicht ergibt. Doch die Entscheidung, ob man Gewalt anwenden will (ganz zu schweigen davon ob man es physisch kann) ist eine die nicht von oben herab f\u00fcr andere gef\u00e4llt werden darf, sondern eine die von jedem Menschen selber entschieden werden sollte. Falls die Entscheidung dann so ausf\u00e4llt, dass man sich gegen einen Angreifer wehrt, ist dies unter der Bedingung, dass keine besserer Ausweg vorhanden ist, nicht zu verurteilen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wof\u00fcr k\u00e4mpfen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wie diese Entscheidung ausf\u00e4llt, h\u00e4ngt aber auch sehr davon ab wof\u00fcr (vermeintlich) gek\u00e4mpft wird. Wenn man der Propaganda der Bundeswehr und der Regierung der BRD glauben will, geht es um &#8222;Demokratie&#8220;, &#8222;Freiheit&#8220; und viele andere Dinge die sch\u00f6n klingen. Doch auf die Frage von einem jungen Menschen wieso er f\u00fcr ein Land in den Krieg ziehen soll, dass nichts f\u00fcr ihn tut, wei\u00df Bundeskanzler Friedrich Merz nur zu sagen, dass es in anderen L\u00e4ndern ja nicht besser sei und man als junger Mensch in Deutschland ja viele M\u00f6glichkeiten bei der Berufswahl hat.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a>&nbsp; Also anders ausgedr\u00fcckt: Hier hast du die freie Wahl, durch welche Art von Lohnarbeit du ausgebeutet wirst und anderswo ist es noch beschissener. Diese Aussage zeigt klar auf, wieso die Debatte um die Wehrpflicht \u00fcberhaupt gef\u00fchrt wird. Denn eine Wehrpflicht wird \u00fcberhaupt erst notwendig, wenn ein Gro\u00dfteil der jungen Menschen keinen oder zumindest nicht gen\u00fcgend Sinn darin sieht, das eigene Leben zu riskieren f\u00fcr &#8222;Freiheit&#8220; und &#8222;Demokratie&#8220;. Denn diese Generation sieht, das sie nicht nur durch einen potentiellen Krieg bedroht sind, sondern auch dass die Klimakatastrophe ihre Lebensgrundlagen zerst\u00f6rt, die Arbeitsbedingungen schlechter werden<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a> und viele kleine Fortschritte der letzten Jahrzehnte im Bereich der Gleichberechtigung von FLINTA und Queers unter Beschuss stehen. Wof\u00fcr also sein Leben geben? Wof\u00fcr also t\u00f6ten?<\/p>\n\n\n\n<p>Freiheit und Demokratie sind tats\u00e4chlich wichtige Dinge f\u00fcr die es sich lohnt sich einzusetzen. Doch wenn wir uns anschauen wie es um die Freiheit und die Demokratie in Deutschland steht, sieht es bei Weitem nicht so rosig auf wie Leute wie Herr Merz gerne behaupten. Denn wie frei ist ein Land indem 15% der Bev\u00f6lkerung von Armut betroffen sind?<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Und wie frei ist ein Land in dem solidarische Menschen und Organisationen durch den sogenannten Verfassungsschutz drangsaliert<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a> und von Banken schikaniert werden<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a>? Die Demokratie begrenzt sich auf den Wahltag alle 4 Jahre und sp\u00e4testens am Eingang zum Betrieb h\u00f6rt sie auf, denn da herrscht der*die Chef*in ohne Mitsprache der Mitarbeitenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn also zur Verteidigung aufgerufen wird, dann ist das eine Verteidigung der bestehenden Verh\u00e4ltnisse. Und somit ist es auch eine Verteidigung der Interessen der Reichen und M\u00e4chtigen. Und daf\u00fcr sollte niemand sterben oder t\u00f6ten. Zu den bestehenden Verh\u00e4ltnissen geh\u00f6ren aber auch erk\u00e4mpfte Rechte und Freiheiten. So gab es trotz massivem Backlash einige Fortschritte in Bereichen wie Gleichberechtigung und Umweltschutz. Auch die Versammlungs- und Meinungsfreiheit in Deutschland sind zwar fern von ideal, doch unter vielen Despoten die ihr Imperien mit Milit\u00e4rgewalt ausweiten, ist die Situation weitaus schlimmer. Und auch wenn wir in einer kapitalistischen Gesellschaft ausgebeutet werden und die Rechte von uns Arbeitnehmenden oft mit F\u00fcssen getreten werden, so sind die Bedingungen um den Kampf gegen Ausbeutung mit diesen Rechten doch deutlich einfacher als ohne sie. Es ist also auch eine Verteidigung des kleineren \u00dcbels. Das ist vielleicht nicht so romantisch wie der Kampf f\u00fcr die Utopie, aber leider unerl\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<p>In anderen Gebieten haben wir das bereits erkannt. Wir k\u00e4mpfen ja auch f\u00fcr Lohnerh\u00f6hungen und kleine Verbesserungen in unseren Arbeitsbedingungen, auch wenn wir eigentlich auf die Abschaffung der Lohnarbeit hinarbeiten \u2013 das eine geht eben nicht ohne das andere. Und so ist es auch kein Widersrpuch gegen einen Angriffskrieg mit Gewalt zu k\u00e4mpfen, wenn es die Bedingungen f\u00fcr eine soziale Revolution verbessert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie &#8222;k\u00e4mpfen&#8220;?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nun gibt es aber viele verschiedene Formen wie ein solcher Kampf aussehen kann. Von pazifistischer Seite wird gern die soziale Verteidigung angef\u00fchrt, also eine Art Generalstreik gegen\u00fcber der Besatzungsmacht. Das kann ein effektives Mittel sein, solange die Besatzer sich an gewisse Regeln und Menschenrechte halten. In sehr vielen F\u00e4llen tun sie dies aber nicht. In dem Fall endet Verweigerung der Mitarbeit gegen\u00fcber der Milit\u00e4rbesatzung im besten Fall im Gef\u00e4ngnis, viel wahrscheinlicher aber mit einer Exekution. Besonders wenn die Besatzer genozidale Absichten hegen, ist ein Massaker an der Zivilbev\u00f6lkerung sehr viel wahrscheinlicher, als dass die Besatzer aufgeben. Sabotage, schlampiges Arbeiten und Arbeitsverweigerung sind also wichtige Instrumente gegen eine Besatzung sein, reichen aber oft nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die vielbeschworen Diplomatie ist ein wichtiger Teil der L\u00f6sung von milit\u00e4rischen Konflikten (im besten Fall findet sie L\u00f6sungen bevor die Gewalt ausbricht). Doch auch die Diplomatie ist darauf, dass alle Kriegsparteien sich auf die Diplomatie einlassen. Wenn (mindestens) eine Seite Verhandlungen konsequent ablehnt oder nur die Erf\u00fcllung ihrer Maximalforderungen als akzeptables Ergebnis akzeptiert sind alle Verhandlungsversuche zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Unterst\u00fctzung von Strukturen, die die Schlagkraft des Agressors untergraben, sind eine Methode um gegen einen milit\u00e4rischen Angriff vorzugehen. So sind Deserteure immer zu unterst\u00fctzen<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> wie auch die zivilgesellschaftliche Opposition gegen das kriegsf\u00fchrende Regime. Zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs sind diese Strukturen aber meistens nicht stark genug um alleine den Krieg zu stoppen und je schneller das Regime Gewinne auf dem Schlachtfeld verbuchen kann, desto schwieriger haben es diese Organisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die drei oben genannten Mittel also nicht ausreichen, dann wird die Verteidigung mit gewaltvollen Mittel unausweichlich. Doch auch hier gibt es verschiedene Formen wie diese aussehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bundeswehr, wie die meisten Armeen, ist enorm hierarchisch und autorit\u00e4r. F\u00fcr viele mag das mit der Natur eines Krieges zusammenh\u00e4ngen, doch es gab in der Geschichte Beispiele, dass das nicht so sein muss. So zum Beispiel die Machnowtschina. Sie war eine anarchistische Bauern- und Partisanenbewegung, die zwischen 1917 und 1922 w\u00e4hrend des russischen B\u00fcrgerkrieges in der Ukraine aktiv war. Mit dem Ziel der Selbstbestimmung der Bauern und Arbeiter versuchte sie in gro\u00dfen Teilen des Landes, anarchistische Gesellschaftsstrukturen zu verwirklichen. Besonders an der Revolution\u00e4ren Aufst\u00e4ndischen Armee der Ukraine wie der milit\u00e4rische Arm der Machnowtschina hiess, war dass sie nur aus Freiwilligen bestand und die K\u00e4mpfenden ihre Offiziere selber aus ihren eigenen Reihen w\u00e4hlten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn also daf\u00fcr geworben wird f\u00fcr Freiheit und Demokratie zu k\u00e4mpfen, dann sollte die Frage gestellt werden wieso denn die Bundeswehr die dies tun soll, nicht demokratisch organisiert ist? Und wieso dann eine Wehrdienstpflicht &#8211; also das Gegenteil von Freiwilligkeit und Freiheit &#8211; notwendig sein soll, um gen\u00fcgend Personal zu finden?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abschluss<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Anstatt also auf einen idealistischen und realit\u00e4tsfremden Pazifismus zu pochen, weil die Auseinandersetzung mit der vielschichtigen und nicht immer eindeutigen Realit\u00e4t des Krieges zu schwierig ist, kann also nicht die L\u00f6sung sein. Genauso wenig sollte man aber beim kriegstreiberischen Aufr\u00fcstungswahn mitmachen. Stattdessen sollten wir die Schwierigkeit der aktuellen Lage anerkennen und einsehen, dass es in einer beschissenen Welt keine sauberen L\u00f6sungen gibt. Wir sollten versuchen alternative Formen der Verteidigung zu f\u00f6rdern. Wir sollten uns Wissen aneignen \u00fcber Formen der sozialen Verteidigung, aber auch \u00fcber demokratisch und freiheitlich organisierte Kampfverb\u00e4nde. Ansonsten riskieren wir Spielball der kriegstreiberischen M\u00e4chte zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> In vielen Regionen au\u00dferhalb Europas waren diese Bedrohungen nie weg. Und selbst in Europa ist es keine 20 Jahre her, dass verschiedene Kriege die Region im Westbalkan nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens heimsuchten. Es ist ein Zeichen einer doch sehr privilegierten Situation in Westeuropa so lange keinen Krieg selber miterleben zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Die Entwicklungen, die zum Krieg in der Ukraine gef\u00fchrt haben, sind nat\u00fcrlich komplex und andere Staaten in Europa, die USA und die NATO sind bestimmt nicht komplett unschuldig daran Spannungen in der Region verursacht zu haben, doch der aktuelle Krieg ist ein klarer Angriffskrieg durch Russland und die Schuld daf\u00fcr liegt ganz klar beim russischen Regime.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> https:\/\/www.srf.ch\/news\/dialog\/kriegsverbrechen-gegen-kinder-was-ukrainische-kinder-in-russischen-umerziehungslagern-erleiden<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/240415-99-680570\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KTwlSDBbNUA<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> https:\/\/www.fau.org\/kaempfe-und-kampagnen\/wir-muessen-weniger-arbeiten<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/01\/PD25_036_63.html<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> https:\/\/gegen-berufsverbote.hamburg\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> https:\/\/debankingstoppen.de\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> Das gilt nat\u00fcrlich f\u00fcr Deserteure von allen Parteien, da die Entscheidung nicht zu k\u00e4mpfen f\u00fcr alle gegeben sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. Dezember ver\u00f6ffentlichten wir hier einen Text in Solidarit\u00e4t mit den Bildungsstreiks gegen die Wehrpflicht. Es folgt nun ein weiterer Text zum Thema Wehrpflicht und bewaffnete Verteidigung. Die Meinungen zu diesem komplexen Thema gehen in unserem Syndikat auseinander. Wir m\u00f6chten diesen Text aber trotzdem ver\u00f6ffentlichen, da wir denken, dass&#8230; <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2026\/02\/17\/wehrpflicht\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4057","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4057","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4057"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4057\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4060,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4057\/revisions\/4060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}