{"id":355,"date":"2017-04-06T20:18:47","date_gmt":"2017-04-06T18:18:47","guid":{"rendered":"https:\/\/hamburg.fau.org\/?p=355"},"modified":"2023-09-12T12:07:59","modified_gmt":"2023-09-12T10:07:59","slug":"transkontinentaler-1-mai-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2017\/04\/06\/transkontinentaler-1-mai-hamburg\/","title":{"rendered":"TRANSKONTINENTALER 1. MAI &#8211; HAMBURG"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/globalmayday.files.wordpress.com\/2017\/02\/1w1s.jpg?w=385&amp;h=131\" alt=\"1world1struggle\" \/><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/2012\/04\/06\/transcontinental-may-day-hamburg\/\">[EN]<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Ein Netzwerk von gewerkschaftlichen und studentischen Gruppen ruft zu dem Transcontinental May Day 2017 auf, sich dem Kampf f\u00fcr die Interessen von Arbeiter_innen und Lohnabh\u00e4ngigen anzuschlie\u00dfen und gemeinsam auf globaler Ebene zu agieren. In diesem Rahmen sind auch in Hamburg mehrere Aktionen geplant.<!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die gesellschaftliche Produktivit\u00e4t so gro\u00df ist wie niemals zuvor, leben \u00fcberall auf der Welt Menschen in bedrohlichen Verh\u00e4ltnissen. Obwohl die globale Nahrungsmittelproduktion jedem deutlich mehr als das Ben\u00f6tigte zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnte, verhungern Millionen Menschen. Der Zugang zu Nahrung, Trinkwasser, Bildung, Wohnung ist unsicher auch innerhalb Europas.<br \/>\nDas herrschende Wirtschaftssystem ist unf\u00e4hig, die grundlegenden Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Darum geht es auch nicht &#8211; sondern um die Profite des Kapitals.<\/p>\n<p>Die vermehrt autorit\u00e4ren und nationalistischen Einstellungen vieler Menschen in den sogenannten Industrienationen sind auch reaktion\u00e4rer Ausdruck der Angst, bald selbst zu einer \u00f6konomisch abgeh\u00e4ngten und verachteten Gruppe zu geh\u00f6ren. Nationalismus f\u00f6rdert weltweit milit\u00e4rische Auseinandersetzungen, Rassismus sowie Antisemitismus und treibt den Konkurrenzkampf unter Lohnabh\u00e4ngigen voran.<br \/>\nDie Sozialpartnerschaft der DGB-Gewerkschaften, die dem \u201eStandort\u201c nicht schaden will, versch\u00e4rft die prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse hier und weltweit. Es braucht k\u00e4mpferische Gewerkschaften, Forderungen nach Arbeitszeitverk\u00fcrzung und Lohnerh\u00f6hung, Solidarit\u00e4t mit Gefl\u00fcchteten und eine st\u00e4rkere transkontinentale Vernetzung mit (Arbeits-)K\u00e4mpfen. Eine solche Praxis kann Vorraussetzungen schaffen, f\u00fcr unsere Emanzipation und gegen die falsche Ordnung &#8211; den Kampf Aller gegen Alle. Ausdruck transkontinentaler Solidarit\u00e4t ist es, wenn wir f\u00fcr die Verbesserung der Bedingungen k\u00e4mpfen &#8211; wo immer wir sind.<\/p>\n<p>Die Forderung der urspr\u00fcnglichen 1. Mai Demo im Jahr 1886 nach dem 8-Stunden Tag erodiert auch dank sozialpartnerschaftlicher Gewerkschaften, die zunehmend flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeitszeitkonten, Werkvertr\u00e4ge, Befristungen und Leiharbeit mittragen &#8211; als Kapitalismus bejahende, nationale Partner der Arbeitgeberseite.<\/p>\n<p>Dagegen setzen wir den gemeinsamen transkontinentalen Kampf f\u00fcr ein gutes Leben f\u00fcr Alle.<\/p>\n<p>Wir als Basisgewerkschaften und Lohnabh\u00e4ngige rufen daher dieses Jahr dazu auf, einen antikapitalistischen, antinationalen, DGB-kritischen Block auf der allgemeinen 1. Mai Demo zu bilden. Im Vorfeld werden wir uns bereits f\u00fcr einen bei Ford in Valencia entlassenen CNT-Genossen einsetzen und uns solidarisch mit den auf der Teeplantage Margaret&#8217;s Hope (Darjeeling, Indien) f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen K\u00e4mpfenden zeigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine k\u00e4mpferische und transkontinentale Gewerkschaftsbewegung! Organisieren wir uns in Stadtteilen, Lerneinrichtungen und Betrieben!<\/p>\n<p><strong>#1world1struggle<\/strong><\/p>\n<p>Freie Arbeiter_innen-Union (FAU) Hamburg<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.wobblies.org\/CMS\/\">Industrial Workers of the World<\/a> (IWW) Hamburg<\/p>\n<p><strong>&#8212; Transcontinental May Day 2017 &#8212;<\/strong><br \/>\nDer Aufruf zum Transcontinental May Day 2017 geh\u00f6rt zu einem gemeinsamen globalen Konzept, das au\u00dferdem verschiedene Symbole sowie den Hashtag #1world1struggle umfasst.<br \/>\n&#8222;Jedes Jahr zum 1. Mai finden weltweit zahlreiche Proteste und auch Streiks statt, um den Tag der Arbeiter*innenbewegung zu w\u00fcrdigen.<br \/>\nMit diesem Aufruf, der im Rahmen einiger Chat-Treffen auf der International Student Movement (ISM) Plattform entstand, wollen wir, eine Gruppe aus Lohnabh\u00e4ngigen und Studierenden, andere Basisgruppen, Gewerkschaften und Initiativen weltweit dazu animieren, ihre 1. Mai Aktionen miteinander zu verbinden und dem Kampf dadurch sichtbar eine transnationale Dimension zu verleihen.&#8220;<br \/>\nDer komplette Aufruf ist in unterschiedlichen Sprachen unter <a href=\"https:\/\/globalmayday.wordpress.com\/\">mayday2017.tk<\/a> zu finden.<\/p>\n<p><strong>&#8212; Kampf um bessere Arbeitsbedingungen auf der Teeplantage Margaret&#8217;s Hope &#8212;<\/strong><br \/>\nAuf den Teeplantagen in Indien herrschen weiterhin miserable Arbeitsbedingungen. So auch auf der Plantage Margaret&#8217;s Hope in West Bengal, wo der bekannte Darjeeling-Tee herkommt. Wir sind vernetzt mit der Gewerkschaft vor Ort und m\u00f6chten uns im Rahmen des Transcontinental May Day 2017 mit den Arbeiter_innen auf der Plantage solidarisch zeigen. Hierf\u00fcr zeigen wir unter anderem einen von Aktivist_innen vor Ort produzierten Doku-Film (1 Stunde, Untertitel auf Englisch) \u00fcber die Lebens- und Arbeitsbedingungen und rufen zu einer Kundgebung bei der Gebr\u00fcder Wollenhaupt GmbH (Teegro\u00dfh\u00e4ndler) in Reinbek, welche u.a. Tee von Margaret&#8217;s Hope vertreibt, auf.<\/p>\n<p><strong>Termine zum Transkontinentalen 1. Mai in Hamburg:<\/strong><\/p>\n<p><strong>28.04.2017<\/strong> (Fr.), 20:00 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)<br \/>\nInput und Filmvorf\u00fchrung zu den Arbeitsbedingungen auf der Teeplantage Margaret&#8217;s Hope (Darjeeling, West Bengal).<br \/>\nAnschlie\u00dfend (ca. 21:30 Uhr) Raum f\u00fcr Vernetzung und Vorbereitung f\u00fcr den 1. Mai.<br \/>\nOrt: Libert\u00e4res Kultur- und Aktionszentrum Schwarze Katze (Fettstra\u00dfe 23)<\/p>\n<p><strong>01.05.2017<\/strong> (Mo.), 10:30 Uhr (Start der Demo 11:00 Uhr)<br \/>\nDie allgemeine 1. Mai Demo mit einem antikapitalistischen, antinationalen, DGB-kritischen Block bereichern.<\/p>\n<p><strong>02.05.2017<\/strong> (Di.), 15:15 Uhr<br \/>\nSolidarit\u00e4t praktisch werden lassen! Kundgebung vor der Gebr\u00fcder Wollenhaupt GmbH (Teegro\u00dfh\u00e4ndler), um sich mit den Plantagenarbeiter_innen in Darjeeling im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen solidarisch zu zeigen.<br \/>\nOrt: Gebr\u00fcder Wollenhaupt GmbH (Gutenbergstr. 33-35, 21465 Reinbek)<\/p>\n<p><strong>Sonstige Termine:<\/strong><\/p>\n<p><strong>26.04.2017<\/strong> (Mi.), 9:00 &#8211; 15:00 Uhr<br \/>\nKundgebung gegen die Jobmesse Hamburg 2017<br \/>\nOrt: Hamburg Airport, Terminal Tango (Flughafenstra\u00dfe 1-3)<\/p>\n<p><strong>Au\u00dferdem der bundesweite Aufruf der FAU zum 1. Mai:<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/1mai2017FAULogo_EN.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><strong>Der Arbeitskampf kennt keine Grenzen!<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fau.org\/soli\/mai2017\/mai2017en.pdf\">[EN]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.fau.org\/soli\/mai2017\/mai2017pl.pdf\">[PL]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.fau.org\/soli\/mai2017\/mai2017it.pdf\">[IT]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.fau.org\/soli\/mai2017\/mai2017es.pdf\">[ES]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.fau.org\/soli\/mai2017\/mai2017fr.pdf\">[FR]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.fau.org\/soli\/mai2017\/mai2017gr.pdf\">[GR]<\/a> <\/strong><\/p>\n<p>Wenn die Zeichen der Zeit nicht tr\u00fcgen, stehen wir am Beginn einer Etappe eines Populismus, wie wir ihn in den letzten Jahrzehnten nicht erlebt haben. Die Ausbeutung der ArbeterInnen und Ausgeschlossenen wird unter nationalistischen und rassistischen Vorzeihen vorangetrieben, die Menschen gegeneinander aufgehetzt. Gegen das Projekt einer Welt voll von neuen Mauern an den Grenzen und in den K\u00f6pfen brauchen wir ein Projekt, das in der Lage ist, alle Mauern einzurei\u00dfen und an ihrer Stelle Verbindungen unter uns ArbeiterInnen zu kn\u00fcpfen, Solidarit\u00e4t und gegenseitige Hilfe zu organisieren. Wir haben keine Zeit mehr, das Trennende zu kultivieren \u2013 wir wollen stattdessen das Verbindende unter uns im Kampf um bessere Lebensbedingungen suchen und im Sinne des Anarchosyndikalismus f\u00fcr eine Welt ohne Ausbeutung und Herrschaft k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die FAU ruft alle Einzelpersonen, Kollektive, Basisgewerkschaften und anderen sozialen Initiativen zur Beteiligung an dem internationalen Aktionstag zum Thema \u201eArbeit und Migration\u201c auf. Am 1. Mai m\u00f6chten wir die Klassensolidarit\u00e4t mit MigrantInnen zum Ausdruck bringen, indem wir grenz\u00fcberschreitend mobilisieren gegen die herrschende Xenophobie, den Rassismus und Nationalismus, die die Waffen des Staates und Kapitals sind. Ein konsequenter Kampf gegen Rassismus bedeutet f\u00fcr uns auch einen Kampf gegen das kapitalistische System, das auf extremen Ungleichheiten basiert und zu deren Aufrechterhaltung auf soziale Spaltungen angewiesen ist.<\/p>\n<p>In besonderem Ma\u00dfe von Ausbeutung und Entrechtung betroffene ArbeiterInnen sind in unserer Gesellschaft MigrantInnen, die in Folge der rassistischen Migrationspolitik, unter illegalisierten Arbeitsverh\u00e4ltnissen, Arbeitsverboten oder Arbeitszwang leiden. Vor allem t\u00e4tig in der Gastro-, Reinigungs- und Baubranche, mit niedrigem Organisationsgrad oder ohne gewerkschaftliche Organisierung, haben sie kaum M\u00f6glichkeiten, gegen die zunehmende Prekarisierung der Arbeitsverh\u00e4ltnisse zu k\u00e4mpfen. Die etablierten sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften wiederum zeigen nur begrenztes Interesse, (illegalisierte) MigrantInnen zu organisieren oder sie im Kampf um Bleiberecht und gegen rechtliche Hindernisse zu unterst\u00fctzen. Vielmehr vertieft deren Fokus auf Stammbelegschaften und national\u00f6konomische Standortlogik die sozialen Spaltungen.<\/p>\n<p>Es gilt, diesen Missst\u00e4nden Solidarit\u00e4t und Selbstorganisation entgegenzusetzen &#8211; wie im Fall unserer Kollegen aus Rum\u00e4nien, die auf der Baustelle des Einkaufszentrums Mall of Berlin unter skandal\u00f6sen Arbeits- und Lebensbedingungen ausgebeutet, um Lohn betrogen und bedroht wurden: Die Organisierung in der FAU und der gemeinsame Arbeitskampf f\u00fchrten dazu, dass das Berliner Einkaufszentrum \u201eMall of Shame\u201c getauft und zum Symbol der migrantischen Ausbeutung in Deutschland wurde. So konnten wir das gesellschaftliche Klima der Hetze insbesondere gegen ArbeitsmigrantInnen aus S\u00fcdosteuropa mit einem Beispiel von erfolgreichem Widerstand beantworten. Auch in den gegenw\u00e4rtigen Bestrebungen, gefl\u00fcchtete Menschen f\u00fcr unterbezahlte Arbeit zu verpflichten, sehen wir ein Zusammengehen von Ausgrenzung und Absenkung arbeitsrechtlicher Standards, das in der Konsequenz alle ArbeiterInnen negativ betrifft. Wir sollten hier als ArbeiterInnenklasse solidarisch Widerstand leisten und nicht nur f\u00fcr Bewegungsfreiheit aller Menschen, sondern auch gegen rassistisch legitimierte Ausbeutung k\u00e4mpfen. Der Arbeitskampf kennt keine Grenzen!<\/p>\n<p>In der Tradition des 1. Mai rufen wir zur Solidarit\u00e4t mit migrantischen ArbeiterInnen auf, um gemeinsam gegen die prek\u00e4ren Arbeitsbedingungen, gegen kapitalistische Ausbeutung, gegen das rassistische Grenzregime zu protestieren. Egal, welche Form diese Proteste annehmen \u2013 Streik, Kundgebung, Infoaktion, Veranstaltung, Performance; egal, ob lokal oder \u00fcberregional; egal, ob ArbeiterIn, ArbeitsloseR, StudentIn, RentnerIn, MigrantIn oder Gefl\u00fcchteteR, wichtig ist, dass es f\u00fcr alle die M\u00f6glichkeit der Organisierung gegen Ausbeutung gibt. Nur mit internationaler Solidarit\u00e4t und mit einer grenz\u00fcberschreitenden Gewerkschaftspraxis k\u00f6nnen wir uns gegen den Kapitalismus wehren. Schlie\u00dft Euch uns an, um unter dem Slogan \u201eDer Arbeitskampf kennt keine Grenzen!\u201c einen gemeinsamen Aktionstag f\u00fcr den 1. Mai durchzuf\u00fchren. Zusammen werden wir Br\u00fccken bauen, wo andere Mauern errichten m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Das Internationale Komitee der FAU<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[EN] Ein Netzwerk von gewerkschaftlichen und studentischen Gruppen ruft zu dem Transcontinental May Day 2017 auf, sich dem Kampf f\u00fcr die Interessen von Arbeiter_innen und Lohnabh\u00e4ngigen anzuschlie\u00dfen und gemeinsam auf globaler Ebene zu agieren. 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