{"id":3537,"date":"2025-11-15T20:09:35","date_gmt":"2025-11-15T19:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/hamburg.fau.org\/?p=3537"},"modified":"2026-01-10T11:32:06","modified_gmt":"2026-01-10T10:32:06","slug":"einblicke-in-die-strukturellen-arbeitsbedingungen-von-migrantischen-beschaeftigten-in-der-baubranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2025\/11\/15\/einblicke-in-die-strukturellen-arbeitsbedingungen-von-migrantischen-beschaeftigten-in-der-baubranche\/","title":{"rendered":"Einblicke in die strukturellen Arbeitsbedingungen von migrantischen Besch\u00e4ftigten in der Baubranche"},"content":{"rendered":"\n<p><em>&#8222;Fabiu ist ein sperriger Typ mit kratziger Stimme und herausforderndem Blick. Er arbeitet als Maurer, lebt seit fast zehn Jahren in Deutschland. \u201eSklaverei\u201c ist das erste Wort, das ihm einf\u00e4llt, spricht man ihn auf seine Arbeit hier an. \u201eSchei\u00dfe\u201c das Zweite.&#8220;<\/em>, (1, Absatz 5)<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Ich habe eine Frage: Wird diesen Dingen nicht ihr Lauf gelassen, weil Deutschland Arbeitskr\u00e4fte braucht, die wenig oder gar nicht bezahlt werden? Und dann frage ich mich, ob das nicht eine maskierte und kontrollierte Sklaverei ist.&#8220;<\/em> Elvis Iancu, April 2015, Mall of Shame (2, S.27)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Anteil der Helfer*innen auf dem Bau ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Das passiert nicht, weil die Arbeit auf dem Bau so viel leichter oder automatisierter geworden ist und zu gro\u00dfen Teilen aus Helfert\u00e4tigkeiten besteht (3)<sup data-fn=\"0e18e139-982b-4e08-a367-d1e718a405f4\" class=\"fn\"><a href=\"#0e18e139-982b-4e08-a367-d1e718a405f4\" id=\"0e18e139-982b-4e08-a367-d1e718a405f4-link\">1<\/a><\/sup>. Nein, Facharbeiter*innen werden als Helfer*innen deklariert, um ihren Lohn zu dr\u00fccken. Diese Praxis wird vor allem von Subunternehmen f\u00fcr migrantische Arbeitskr\u00e4fte<sup data-fn=\"281e3279-aa25-4248-a590-9430c2379e43\" class=\"fn\"><a href=\"#281e3279-aa25-4248-a590-9430c2379e43\" id=\"281e3279-aa25-4248-a590-9430c2379e43-link\">2<\/a><\/sup> angewendet, die sich h\u00e4ufig schlechter im deutschen Rechtssystem orientieren k\u00f6nnen und teilweise keinen gesicherten Aufenthaltsstatus haben. Dadurch sind sie der Ausbeutung noch st\u00e4rker ausgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sind Helfer*innen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Begriffe &#8222;Helfer*innen&#8220; und &#8222;Bauhelfer*innen&#8220; beschreiben Arbeitskr\u00e4fte, die auf dem Bau Hilfs- und Anlernt\u00e4tigkeiten durchf\u00fchren: &#8222;Einfache oder zuarbeitende T\u00e4tigkeiten&#8220; wie &#8222;Transport-, Abbruch-, Grabungs- und Reinigungsarbeiten&#8220;, also vereinfacht gesagt graben, Dinge von A nach B bringen (ggf. mit einer Schubkarre, aber nicht mit einem Kran), putzen, W\u00e4nde einrei\u00dfen. (4)<\/p>\n\n\n\n<p>Diese unterscheidet sich klar von sog. &#8222;fachlich ausgerichteten T\u00e4tigkeiten&#8220;, &#8222;Spezialistent\u00e4tigkeiten&#8220; und &#8222;Expertent\u00e4tigkeiten&#8220;. Im Tarifvertrag spiegelt sich dies in der niedrigsten Lohngruppe 1 wider, die momentan (ab April 2025) bei 15,27 \u20ac\/h (Gesamttariflohn) entlohnt wird. Hierbei ist wichtig, dass sich die Lohngruppe nach der ausgef\u00fchrten T\u00e4tigkeit richtet, nicht nach der Qualifikation (s.u.).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anteil der Helfer*innen im Hochbau ist zwischen 2013 und 2022 von 28% auf 40% gestiegen, im Tiefbau, von 16% auf 22% (2, S.4). Gleichzeitig ist auch der Anteil ausl\u00e4ndischer Besch\u00e4ftigter im Hochbau noch st\u00e4rker von 16% auf 36% gestiegen (3, S.7). Hierbei wurden nicht deutsche Arbeitskr\u00e4fte durch migrantische Helfer*innen ersetzt &#8211; die Anzahl deutscher Arbeitskr\u00e4fte im Bau ist weitestgehend konstant geblieben &#8211; es sind aber viele Helfer*innen in Subunternehmen dazugekommen. Dass der Zuwachs an Helfer*innen gr\u00f6\u00dftenteils durch migrantische Besch\u00e4ftigte getragen wird, zeigt die untenstehende Grafik (3, S.11). Dies ist auch ein Indiz, dass die Baubranche migrantische Besch\u00e4ftigte als &#8222;flexiblen Puffer&#8220; nutzt, um Schwankungen in der Auftragslage auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"982\" height=\"467\" src=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/982-467-max.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3543\" srcset=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/982-467-max.png 982w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/982-467-max-300x143.png 300w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/982-467-max-150x71.png 150w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/982-467-max-768x365.png 768w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/982-467-max-18x9.png 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 982px) 100vw, 982px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unter deutschen Arbeitskr\u00e4ften liegt der Anteil an Helfer*innen bei etwa 30%. Unter Besch\u00e4ftigten aus dem Westbalkan, Polen, Rum\u00e4nien und Bulgarien liegt er jeweils deutlich \u00fcber der H\u00e4lfte, bei jenen aus Rum\u00e4nien und Bulgarien sogar \u00fcber 70%.<sup data-fn=\"f93dde6d-cf59-4299-bb99-6668a4717fe9\" class=\"fn\"><a href=\"#f93dde6d-cf59-4299-bb99-6668a4717fe9\" id=\"f93dde6d-cf59-4299-bb99-6668a4717fe9-link\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem kommen sog. entsandte Arbeitskr\u00e4fte, deren Unternehmen im Ausland registriert sind, in der Statistik nicht vor. Hierbei handelte es sich 2023 im Jahresdurchschnitt um maximal 39,000 Besch\u00e4ftigte, wobei die Jahressumme an Arbeitsverh\u00e4ltnissen bei etwa 83,000 lag. (5, S.7&amp;9) <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle der Subunternehmerketten<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt seit l\u00e4ngerem einen Trend zur Dezentralisierung von Baudienstleistungen. W\u00e4hrend fr\u00fcher Baustellen h\u00e4ufig durch Fachkr\u00e4fte bei Generalunternehmen durchgef\u00fchrt wurden, werden immer h\u00e4ufiger T\u00e4tigkeiten an Subunternehmen vergeben. Urspr\u00fcnglich nutzten Generalunternehmen Subunternehmen, um Auftragsschwankungen auszugleichen, mittlerweile ist das die dominante Strategie zur Kosten- und Risikosenkung:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Dabei handelt es sich nicht l\u00e4nger um eine an technisch-organisatorischen Notwendigkeiten orientierte kooperative Vergabe, die f\u00fcr das Baugewerbe pr\u00e4gend ist, sondern um eine rein auf Kostenreduktion zielende Auslagerung urspr\u00fcnglicher Kernt\u00e4tigkeiten&#8220; (3, S. 12)<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen werden zahlreicher und kleiner (&#8222;Dezentralisierung der Unternehmen&#8220;), wodurch an der gleichen Baustelle heute mehr Unternehmen beteiligt sind. Daduch steigt die Anzahl rechtlicher Beziehungen zwischen Unternehmen. Es entstehen sogenannte Subunternehmerketten. Bei Gro\u00dfbaustellen sind Subunternehmerketten von vier, f\u00fcnf oder sechs Stufen nicht un\u00fcblich. Ein Teil des Geldes, das fr\u00fcher Arbeiter*innen von Generalunternehmen bekamen, bekommt nun das Management und Eigent\u00fcmer*innen der Subunternehmen. Ein anderer Teil verbleibt ganz beim Generalunternehmen, um den Profit zu erh\u00f6hen. Durch diese Praxis versch\u00e4rft sich der Kostendruck auf nachgelagerte Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dem Trend der Dezentralisierung geh\u00f6rt auch die Scheinselbstst\u00e4ndigkeit von einzelnen Besch\u00e4ftigten, die dann keinen Tarifbedingungen unterliegen und f\u00fcr ihren eigenen Arbeitsschutz sorgen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beziehung zwischen Lohnabh\u00e4ngigen und Unternehmen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse zwischen Besch\u00e4ftigten und Subunternehmen sind meistens formell &#8222;legal&#8220;. Es ist aber eine Verschiebung von formellen Regeln hin zu pers\u00f6nlichen Bindungen und Abh\u00e4ngigkeiten zu beobachten. Dies war auch in dem Prozess der Organisierung rum\u00e4nischer Arbeiter in der FAU Berlin im Zuge der &#8222;Mall of Shame&#8220; zwischen 2014 und 2019 zu beobachten (6 und <a href=\"https:\/\/berlin.fau.org\/kaempfe\/mall-of-shame\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/berlin.fau.org\/kaempfe\/mall-of-shame\/\">FAU-Berlin<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig bestehen Vertr\u00e4ge zwischen Besch\u00e4ftigten und Subunternehmen nur zum Schein bzw. um Legalit\u00e4t gegen\u00fcber Kontrollen vorzugeben. Besch\u00e4ftigte sind h\u00e4ufig bei Subunternehmen in Teilzeit angestellt, arbeiten aber real Vollzeit, auch mit \u00dcberstunden. Die Vertr\u00e4ge geben Nettol\u00f6hne vor. Das bedeutet eine fixe Summe inkl. aller sonstigen \u00fcblichen Zulagen in der Baubranche wie Schmutzzulagen, Schlechtwettergeld, Feiertags- und Nachtzulagen. Diese werden dann aber in Realit\u00e4t nicht gezahlt. Lohn-Auszahlungen erfolgen meistens in bar. Berichte von Besch\u00e4ftigten sprechen teilweise von Vertr\u00e4gen im Umfang von 20 Stunden pro Woche bei 55 Stunden geleisteter Arbeit (3, S.13).<\/p>\n\n\n\n<p>Sozial- und Rentenversicherungen werden auf Grundlage des vertraglich vereinbarten Lohns gezahlt, der deutlich niedriger ist als der Lohn, der den Arbeitenden aufgrund der tats\u00e4chlich geleisteten Arbeitszeit zusteht. Rentenanspr\u00fcche, Urlaubstage, -verg\u00fctung und Lohnfortzahlungen bei Krankheit oder durch Unf\u00e4lle fallen dadurch deutlich niedriger aus als f\u00fcr Vollzeit-Besch\u00e4ftigte oder entfallen vollst\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Erhebung unter rum\u00e4nischen Bau-Besch\u00e4ftigten wiesen lediglich 28 von 147 Arbeitsverh\u00e4ltnissen den bis zum 31.12.2021 geltenden und f\u00fcr Fachkr\u00e4fte vorgesehenen Branchenmindestlohn 2 (15,71\u20ac in 2021) auf. Die anderen wiesen einen Helfer*innenlohn auf &#8211; 74 davon mit dem niedrigstm\u00f6glichen Lohn in H\u00f6he von 12,85\u20ac\/h in 2021 (3, S.14). Dass der Baumindestlohn 2021 entfallen ist, beg\u00fcnstigt ein noch st\u00e4rkeres Lohndumping auf dem Bau.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Merkmal der informellen Beziehung zwischen Unternehmen und Arbeitskr\u00e4ften ist, dass Unternehmen f\u00fcr ihre Fachkr\u00e4fte Unterk\u00fcnfte bereitstellen, f\u00fcr die sie ihnen zus\u00e4tzlich Geld von ihrem Lohn abziehen. Dadurch sind Arbeitskr\u00e4fte noch abh\u00e4ngiger von ihren Unternehmen, insbesondere, weil es f\u00fcr nicht-deutsche Menschen besonders schwer ist, in deutschen St\u00e4dten bezahlbare Mietwohnungen zu finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Rolle des Aufenthaltsstatus und der Arbeitsgenehmigung<\/h2>\n\n\n\n<p>Es lassen sich grob drei Arten von Herkunftsl\u00e4ndern migrantischer Besch\u00e4ftigter unterscheiden. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der migrantischen Besch\u00e4ftigten im deutschen Bausektor im Allgemeinen kommt aus Polen, Rum\u00e4nien, Kroatien und Bulgarien, also aus EU-L\u00e4ndern. Ein zweiter ebenfalls gro\u00dfer Teil kommt aus L\u00e4ndern, die bei den historischen Anwerbeabkommen ab den 50er Jahren von Bedeutung waren, wie der T\u00fcrkei und dem ehemaligen Jugoslawien. Eine dritte wachsende Kategorie sind Nicht-EU-L\u00e4nder, die in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewinnen, wie bspw. Albanien.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere Bauleute aus letzten L\u00e4ndern k\u00f6nnen sehr gro\u00dfer Prekarit\u00e4t unterworfen sein: Sie k\u00f6nnen sich in Deutschland anfangs nur schwer selbstst\u00e4ndig orientieren, sind von Job- und Unterkunftsvermittlungen abh\u00e4ngig, die h\u00e4ufig \u00fcber Freund*innen oder Bekannte laufen und potenziell davon bedroht, ihren Aufenthaltsstatus entzogen zu bekommen. H\u00e4ufig fokussiert sich die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde &#8211; Finanzkontrolle Schwarzarbeit &#8211; auf Kontrollen der Besch\u00e4ftigten statt auf Kontrollen der Unternehmen (7, S.27). Migrantische Besch\u00e4ftigte aus Drittstaaten m\u00fcssen also potenziell zus\u00e4tzlich die Aufdeckung ihres illegalen Aufenthalts bef\u00fcrchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Kategorisierungen sind schwierig, weil die Problemlagen, in denen sich die individuellen Personen befinden sehr unterschiedlich sind. Teilweise lernen sie schnell deutsch und steigen dadurch auch teilweise in verantwortliche Positionen auf, manchmal arbeiten sie auch isoliert auf kleineren Baustellen oder nur vor\u00fcbergehend im Baubereich und qualifizieren sich dann weiter. Auch Bauleute aus der dritten Kategorie k\u00f6nnen &#8211; bspw. im Rahmen der sog. &#8222;Westbalkanregelung&#8220; (8) &#8211; legal besch\u00e4ftigt sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gegen nationalistische Deutungen auf dem Bau<\/h2>\n\n\n\n<p>Migrantische Besch\u00e4ftigte haben teilweise gro\u00dfe Nachteile gegen\u00fcber Besch\u00e4ftigten, die in Deutschland aufgewachsen sind: Erstens sprechen sie die Sprache nicht und sind dadurch von ihren Vorgesetzten oder Arbeitsvermittlungen abh\u00e4ngig, was Informationen \u00fcber Abl\u00e4ufe, Material etc. auf der Baustelle angeht. Zweitens kennen sie das deutsche Rechtssystem und damit auch ihre Rechte nicht. Dadurch sind ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte auf praktische Lernerfahrungen in ihren ersten Jahren angewiesen. Teilweise sind migrantische Besch\u00e4ftigte, die als Wanderarbeiter*innen arbeiten, fachlich nicht gut geschult, k\u00f6nnen Gefahren nicht richtig einsch\u00e4tzen und lernen &#8222;on-the-job&#8220;. Rechtlich macht das keinen Unterschied: F\u00fcr die Verg\u00fctung gilt die ausgef\u00fchrte T\u00e4tigkeit als Basis und nicht die formelle Qualifikation.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FES-Studie beschreibt die Wahrnehmung von Wanderarbeiter*innen, dass es zwei voneinander getrennte Arbeitssph\u00e4ren g\u00e4be: Die von gut bezahlten Generalunternehmen, bei denen Deutsche arbeiten und die von ausgebeuteten Wanderarbeiter*innen. Diese Perspektive verschleiert die eigentliche Ausbeutungsdimension durch eine nationale Konstruktion. Die Prekarit\u00e4t von migrantischen Besch\u00e4ftigten ist h\u00e4ufig wegen der oben beschriebenen Faktoren extremer, teilweise integrieren sie sich aber selbst in Arbeitshierarchien. Dies zeigt das Beispiel von Arbeitsvermittler*innen, die selbst als Subunternehmer*innen Netzwerke in Deutschland und Kontakte in Heimatl\u00e4nder haben. Teilweise finden Besch\u00e4ftigte aber auch andere Wege, ihrer Arbeit unabh\u00e4ngig nachzugehen bspw. als Alleinunternehmer*innen. Au\u00dferdem verschleiert diese Erz\u00e4hlung auch, dass die Arbeit auch f\u00fcr Deutsche auf dem Bau gef\u00e4hrlich, k\u00f6rperlich sch\u00e4digend und teilweise t\u00f6dlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Zoll, Bauamt und Rechtssystem sind nicht willens oder nicht f\u00e4hig, migrantische Besch\u00e4ftigte vor der Ausbeutung zu sch\u00fctzen. Gewerkschaftsnahe, h\u00e4ufig staatlich finanzierte Institutionen wie &#8222;Arbeit und Leben&#8220; (9) oder das Beratungsnetzwerk &#8222;Faire Mobilit\u00e4t&#8220; (10) sind h\u00e4ufig eine Anlaufstelle als Bindeglied zwischen migrantischen Besch\u00e4ftigten und Gewerkschaften, um sehr prek\u00e4re Beispiele von Lohnraub und Ausbeutung rechtlich zu bek\u00e4mpfen. Allerdings werden weder die Ursachen f\u00fcr die Ausbeutung von migrantischen Besch\u00e4ftigten aktiv bek\u00e4mpft noch sieht es momentan danach aus, als ob die IG BAU ernsthaft eine Kampfplattform f\u00fcr die Arbeitsk\u00e4mpfe nicht-deutscher Bauleute aufbauen wollen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Ausblick f\u00fcr Helfer*innen auf dem Bau ist d\u00fcster. Das System von vielen Subunternehmen mit teils informellen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen hat sich verfestigt, es ist gef\u00e4hrlich bis teilweise t\u00f6dlich auf Baustellen als Bauhelfer*innen zu arbeiten. Die Anerkennung von Ausbildungen und Erfahrungen ist durch die hohen H\u00fcrden f\u00fcr einen rum\u00e4nischen Arbeiter schwierig &#8211; er m\u00fcsste die Pr\u00fcfung auf deutsch absolvieren. Weder das zust\u00e4ndige Bundesbauministerium, noch die Pr\u00e4sidentin des Bundesamtes f\u00fcr Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler, haben ein echtes Interesse daran, dass Arbeiten auf dem Bau sicher und w\u00fcrdig f\u00fcr alle Beteiligten ist. Der einfachste und effektivste Weg, die Bedingungen auf dem Bau zu verbessern &#8211; die rechtliche Kl\u00e4rung der Generalunternehmer- und Investor*innenhaftung &#8211; liegt im Ressort der neuen Bauministerin Verena Hubertz. Ob die BWLerin, ehemalige PWC-Managerin und Start-up-Gr\u00fcnderin und -Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin diese allerdings umsetzt, ist unwahrscheinlich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Worum es uns geht<\/h3>\n\n\n\n<p>Einen effektiven Schutz vor den skizzierten Ausbeutungsbedingungen kann es nur geben, wenn sich Bauleute \u00fcber Kulturen und Nationalit\u00e4ten hinweg organisieren. Dabei spielt der Abbau von Sprachh\u00fcrden eine entscheidende Bedeutung und idealerweise die Aufl\u00f6sung von geschlossenen Arbeitsm\u00e4rkten. Die freie globale Migration h\u00e4tte wahrscheinlich die Angleichung von Arbeitsbedingungen zur Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fordern offene Grenzen statt der Abschottung von priviligierten Regionen &#8211; gleichzeitig k\u00e4mpfen wir f\u00fcr gute Arbeitsbedingungen f\u00fcr alle. Das klingt erstmal nach einem Widerspruch, denn ein \u00fcberf\u00fcllter Arbeitsmarkt f\u00fchrt sicherlich zu st\u00e4rkerer Konkurenz und erschwert damit unter anderem die K\u00e4mpfe, beispielsweise um h\u00f6here Tarifl\u00f6hne. Aber Migrant*innen bringen wichtige Arbeitskampferfahrungen mit. Und eine Abschottungsforderung w\u00fcrde schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. Wie sollen K\u00e4mpfe ausschlie\u00dflich lokal oder national erfolgreich gef\u00fchrt werden, wo doch die Forderungen international \u00e4hnliche sind und die Bewegungen sich wechselseitig befruchten, weil die Erfahrungen \u00fcber Grenzen hinweg zirkulieren?!<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht uns um eine aktive Bewegung, die die Ausbeutung reduziert und letztlich \u00fcberwindet &#8211; ohne einen Ausschluss von anderen Weltregionen. Im Gegenteil: Ein Erfolg f\u00fcr uns alle ist nur m\u00f6glich, indem wir gemeinsam aufbegehren.<\/p>\n\n\n\n<p>AG baufau<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"0e18e139-982b-4e08-a367-d1e718a405f4\">Dieser Text basiert auf der Studie von Baumgarten, Beck &amp; Firus &#8222;Helfer oder doch Fachkr\u00e4fte? Migrantische Besch\u00e4ftigte im deutschen Hochbau&#8220; (FES-Studie). Sie beschreibt Probleme, die Bauleute in einem Teil des Baugewerbes (dem Hochbau) in Deutschland haben. Trotzdem glauben wir, dass sich hier bereits ein Gro\u00dfteil der Ausbeutung zeigt, denen migrantische Besch\u00e4ftigte im deutschen Baugewerbe im Allgemeinen ausgesetzt sind. W\u00e4hrend die FES-Studie von einem Marktbed\u00fcrfnis &#8211; dem Fachkr\u00e4ftemangel &#8211; ausgeht, stehen f\u00fcr uns als Vereinigung von Arbeiter*innen ausschlie\u00dflich die Bed\u00fcrfnisse ALLER Lohnabh\u00e4ngigen im Vordergrund.<br> <a href=\"#0e18e139-982b-4e08-a367-d1e718a405f4-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"281e3279-aa25-4248-a590-9430c2379e43\">Der Begriff &#8222;Ausl\u00e4nder*innen&#8220; kann irref\u00fchrend sein und umfasst lediglich Menschen ohne deutschen Pass. Hier sind allerdings auch Menschen enthalten, die in Deutschland geboren wurden oder seit Jahren bis zu Jahrzehnten in Deutschland leben. Mit steigender Aufenthaltsdauer steigt das Orientierungsverm\u00f6gen und es wird unwahrscheinlicher, von extremer Ausbeutung betroffen zu sein. Daten, die eine genaue Analyse diesbez\u00fcglich zulassen, sind uns nicht bekannt. Daher sprechen wir hier von &#8222;migrantischen Besch\u00e4ftigten&#8220;.<br> <a href=\"#281e3279-aa25-4248-a590-9430c2379e43-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"f93dde6d-cf59-4299-bb99-6668a4717fe9\">Alle Ausf\u00fchrungen hier beziehen sich auf in Deutschland sozialversicherungspflichtige Arbeitskr\u00e4fte. Daneben existieren andere Arbeitsverh\u00e4ltnisse wie Minijobs, illegale Arbeit und Scheinselbstst\u00e4ndigkeit. <a href=\"#f93dde6d-cf59-4299-bb99-6668a4717fe9-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 3 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p>(1) L\u00fcbbe, S. (2022). Ganz unten im System. Reportage aus dem Rhein-Main-Gebiet. Online: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Reportage-aus-dem-Rhein-Main-Gebiet\/!5897238\/\">https:\/\/taz.de\/Reportage-aus-dem-Rhein-Main-Gebiet\/!5897238\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(2) Elvis Iancu (2015). Rede von Elvis Iancu im April 2015 vor der Mall of Shame in Berlin. \u00dcbersetzung aus dem Rum\u00e4nischen. S. 25-27. In: Lackus, H. &amp; Schell, O. (2020). Mall of Shame. Kampf um W\u00fcrde und Lohn. R\u00fcckblicke, Hintergr\u00fcnde, Ausblicke. Berlin: Die Buchmacherei.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Baumgarten, M., Beck, L. &amp; Firus, A. (2024). Helfer oder doch Fachkr\u00e4fte? Migrantische Besch\u00e4ftigte im deutschen Hochbau. FES diskurs. Mai 2024. Online: <a href=\"https:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/a-p-b\/21208.pdf\">https:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/a-p-b\/21208.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(4) Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (2021). Klassifikation der Berufe 2010 \u2013 \u00fcberarbeitete Fassung 2020. Band 2: Definitorischer und beschreibender Teil. N\u00fcrnberg, November 2021. Online: <a href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Statischer-Content\/Grundlagen\/Klassifikationen\/Klassifikation-der-Berufe\/KldB2010-Fassung2020\/Printausgabe-KldB-2010-Fassung2020\/Generische-Publikationen\/KldB2010-PDF-Version-Band2-Fassung2020.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=21\">https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Statischer-Content\/Grundlagen\/Klassifikationen\/Klassifikation-der-Berufe\/KldB2010-Fassung2020\/Printausgabe-KldB-2010-Fassung2020\/Generische-Publikationen\/KldB2010-PDF-Version-Band2-Fassung2020.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=21<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(5) SOKA-BAU (2024) SOKA-BAU Informationen 2023. Online: <a href=\"https:\/\/api.soka-bau.de\/fileadmin\/Dokumente\/geschaeftsbericht_soka-bau_2023.pdf\">https:\/\/api.soka-bau.de\/fileadmin\/Dokumente\/geschaeftsbericht_soka-bau_2023.pdf<\/a> (letzter Zugriff 29.07.2025).<\/p>\n\n\n\n<p>(6) Lackhus, H. &amp; Schell, O. (2020). Mall of Shame. Kampf um W\u00fcrde und Lohn &#8211; R\u00fcckblicke, Hintergr\u00fcnde und Ausblicke. Berlin: Die Buchmacherei.<\/p>\n\n\n\n<p>(7) Seitz, T. (2022). Between Guardian and Punisher: The Role of the German Inspectorate Finanzkontrolle Schwarzarbeit for Migrant Workers, Masterarbeit, Universit\u00e4t Link\u00f6ping, <a href=\"https:\/\/liu.diva-portal\">https:\/\/liu.diva-portal<\/a>.org\/smash\/get\/diva2:1707636\/FULLTEXT01.pdf (17.06.2025).<\/p>\n\n\n\n<p>(8) Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (2025). Westbalkanregelung. Online: <a href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/unternehmen\/fachkraefte-ausland\/westbalkanregelung\">https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/unternehmen\/fachkraefte-ausland\/westbalkanregelung<\/a> (17.06.2025).<\/p>\n\n\n\n<p>(9) Arbeit und Leben e.V. DGB\/VHS. Beratungsnetzwerk Gute Arbeit. Online: <a href=\"https:\/\/arbeitundleben.de\/arbeitsfelder\/beratungsnetzwerk\">https:\/\/arbeitundleben.de\/arbeitsfelder\/beratungsnetzwerk<\/a> (24.06.2025).<\/p>\n\n\n\n<p>(10) Faire Mobilit\u00e4t. Online: <a href=\"https:\/\/www.faire-mobilitaet.de\/\">https:\/\/www.faire-mobilitaet.de\/<\/a> (24.06.2025).<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Fabiu ist ein sperriger Typ mit kratziger Stimme und herausforderndem Blick. Er arbeitet als Maurer, lebt seit fast zehn Jahren in Deutschland. \u201eSklaverei\u201c ist das erste Wort, das ihm einf\u00e4llt, spricht man ihn auf seine Arbeit hier an. \u201eSchei\u00dfe\u201c das Zweite.&#8220;, (1, Absatz 5) &#8222;Ich habe eine Frage: Wird diesen&#8230; <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2025\/11\/15\/einblicke-in-die-strukturellen-arbeitsbedingungen-von-migrantischen-beschaeftigten-in-der-baubranche\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"[{\"content\":\"Dieser Text basiert auf der Studie von Baumgarten, Beck &amp; Firus \\\"Helfer oder doch Fachkr\u00e4fte? Migrantische Besch\u00e4ftigte im deutschen Hochbau\\\" (FES-Studie). Sie beschreibt Probleme, die Bauleute in einem Teil des Baugewerbes (dem Hochbau) in Deutschland haben. Trotzdem glauben wir, dass sich hier bereits ein Gro\u00dfteil der Ausbeutung zeigt, denen migrantische Besch\u00e4ftigte im deutschen Baugewerbe im Allgemeinen ausgesetzt sind. W\u00e4hrend die FES-Studie von einem Marktbed\u00fcrfnis - dem Fachkr\u00e4ftemangel - ausgeht, stehen f\u00fcr uns als Vereinigung von Arbeiter*innen ausschlie\u00dflich die Bed\u00fcrfnisse ALLER Lohnabh\u00e4ngigen im Vordergrund.<br>\",\"id\":\"0e18e139-982b-4e08-a367-d1e718a405f4\"},{\"content\":\"Der Begriff \\\"Ausl\u00e4nder*innen\\\" kann irref\u00fchrend sein und umfasst lediglich Menschen ohne deutschen Pass. Hier sind allerdings auch Menschen enthalten, die in Deutschland geboren wurden oder seit Jahren bis zu Jahrzehnten in Deutschland leben. Mit steigender Aufenthaltsdauer steigt das Orientierungsverm\u00f6gen und es wird unwahrscheinlicher, von extremer Ausbeutung betroffen zu sein. Daten, die eine genaue Analyse diesbez\u00fcglich zulassen, sind uns nicht bekannt. 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