{"id":1890,"date":"2020-12-24T23:46:09","date_gmt":"2020-12-24T22:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/hamburg.fau.org\/?p=1890"},"modified":"2023-09-12T12:03:16","modified_gmt":"2023-09-12T10:03:16","slug":"unitedagainstthedragon-arbeiterinnen-werden-endlich-bezahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2020\/12\/24\/unitedagainstthedragon-arbeiterinnen-werden-endlich-bezahlt\/","title":{"rendered":"#UnitedAgainstTheDragon: Arbeiter*innen werden endlich bezahlt!"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Internationale Solidarit\u00e4t verhilft Textilarbeiter*innen in Bangladesch zum Sieg<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzung des Berichts der GWTUC, <strong><a href=\"https:\/\/globalmayday.net\/2020\/12\/23\/unitedagainstthedragon-workers-finally-get-paid\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">HIER das Original auf Englisch<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/globalmayday.net\/2020\/08\/18\/gms-announced-actions\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nach monatelangen Protesten und internationalen Solidarit\u00e4tsaktionen<\/a><\/strong> zahlen die Besitzer von zwei gro\u00dfen Bekleidungsfabriken endlich ausstehende L\u00f6hne und Abfindungen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1008\" src=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/banner-1024x1008.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1891\" srcset=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/banner-1024x1008.jpg 1024w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/banner-300x295.jpg 300w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/banner-150x148.jpg 150w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/banner-768x756.jpg 768w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/banner.jpg 1292w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Arbeiter*innen der Dragon Sweater Fabrik in Dhaka, Bangladesch, wurden w\u00e4hrend der Pandemie (M\u00e4rz 2020) entlassen, ohne dass ihnen ihre ausstehenden L\u00f6hne und Abfindungen ausgezahlt wurden. Durch die kontinuierliche Auseinadnersetzung formierte sich eine Bewegung, welche den Druck auf die Fabrikeigent\u00fcmer aufrecht erhielt. Auch internationale Organisationen und Initiativen wie der Global May Day schlossen sich dieser an und f\u00fchrten Solidarit\u00e4tsaktionen durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Textilarbeiter*innen, die f\u00fcr ihre ausstehenden L\u00f6hne und Abfindungszahlungen auf die Stra\u00dfe gingen, werden in drei Kategorien eingeteilt:<br><strong>Kategorie 1:<\/strong> Arbeiter*innen mit festem monatlichen Gehalt (90)<br><strong>Kategorie 2:<\/strong> Paid-Per-Piece Arbeiter*innen (PPP), deren Verg\u00fctung davon abh\u00e4ngt, wieviele Kleidungsst\u00fccke sie produzieren (300 &#8211; 320)<br><strong>Kategorie 3:<\/strong> Abteilungsleiter, Kolleg*innen im Bereich des Qualit\u00e4tsmanagements (65)<\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober 2020 sollten die betroffenen Arbeiter*innen gem\u00e4\u00df einer zwischen den Eigent\u00fcmern, den Lohnabh\u00e4ngigen und Vertreter*innen der Regierung unterzeichneten dreiseitigen Vereinbarung in drei Raten ab Anfang November bezahlt werden. Die Eigent\u00fcmer zahlten jedoch die erste Rate nicht und k\u00fcndigten somit die Vereinbarung wieder auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeiter*innen gaben jedoch nicht auf und nahmen ihre Aktionen wieder auf. Die Eigent\u00fcmer wurden erneut zu Gespr\u00e4chen gezwungen. Aber dieses Mal, angesichts der Militanz und der Langwierigkeit des Kampfes in Kombination mit der unnachgiebigen Haltung der Eigent\u00fcmer, war die Arbeitsministerin selbst gezwungen, an den Treffen teilzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang Dezember wurde nun eine Einigung \u00fcber die Bezahlung von 80 Textilarbeiter*innen der Kategorie 1 erzielt. Die Gewerkschaft GWTUC (Garment Workers&#8216; Trade Union Center) legte jedoch eine umfassendere Liste vor, die 90 Arbeiter*innen der Kategorie 1 auswies, deren Lohnzahlungen ausstanden. Nach den Verhandlungen erhielten alle 90 Arbeiter*innen der Kategorie 1, d.h. diejenigen, die auf monatlicher Basis bezahlt werden, die ihnen zustehenden L\u00f6hne und Abfindungen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Arbeiter*innen der Kategorie 2 (Paid Per Piece), wurde ein Untersuchungsausschuss gebildet, der die geschuldeten L\u00f6hne sch\u00e4tzen sollte. Das Komitee war von Anfang an einseitig und stark zugunsten der Eigent\u00fcmer zusammengesetzt.<br>Schlie\u00dflich schlugen die Eigent\u00fcmer vor, 50 Prozent dessen zu zahlen, was den PPP-Arbeiter*innen eigentlich zusteht, was sie auf 1 Million Tk (etwa 10.000 Euro) sch\u00e4tzten. Der Vorschlag der Eigent\u00fcmer enthielt jedoch nicht den Mindestlohn, den auch die PPP-Arbeiter*innen laut dem Bangladesh Labor Act 2006 jeden Monat erhalten sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Protesten der Textilarbeiter*innen sowie die GWTUC schlug die Arbeitsministerin vor, den Betrag auf 1,5 Millionen Tk zu erh\u00f6hen. Nach Berechnungen der GWTUC werden den Arbeiter*innen jedoch mehr als 3 Millionen Tk geschuldet. Angesichts der Langwierigkeit des Kampfes einigten sich alle beteiligten Parteien letztendich auf den Vorschlag, den Arbeiter*innen am 22. Dezember 2020 1,5 Millionen Tk zu zahlen. Die GWTUC plant die ausstehende Differenz der Gelder f\u00fcr die Arbeiter*innen der Kategorie 2 vor Gericht zu erstreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verhandlungen \u00fcber die ausstehenden Zahlungen f\u00fcr Arbeiter*innen der Kategorie 3 sind jedoch ins Stocken geraten. Die Eigent\u00fcmer weigern sich ihnen das zu zahlen, was ihnen zusteht. Nach Sch\u00e4tzung der GWTUC handelt es sich um einen Betrag von mehreren Millionen, der Jahrzehnte zur\u00fcckreicht. Die GWTUC strebt hier ebenfalls einen Rechtsstreit vor den Arbeitsgerichten an. Laut Arbeitsgesetz darf kein*e Arbeiter*in entlassen werden, ohne alle ausstehenden Betr\u00e4ge zu zahlen. Ein kleiner Erfolg wurde jedoch bereits erzielt, da den Arbeiter*innen der Kategorie 3 zumindest ihre Beitr\u00e4ge aus dem Provident Fund (Vorsorgekasse) ausgezahlt wurden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Internationale Solidarit\u00e4t<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Kampf der ehemaligen Dragon-Arbeiter*innen hat sich in den Hundstagen der Pandemie intensiviert. Die Auseinandersetzung zwischen den Textilarbeiter*innen und den Eigent\u00fcmern reicht jedoch bereits mehrere Jahrzehnte zur\u00fcck. Die Dragon-Arbeiter*innen mussten immer darum k\u00e4mpfen, ihre verdienten L\u00f6hne und Leistungen zu erhalten. Sie haben jahrelang unter unsicheren Arbeitsbedingungen geschuftet, was darin gipfelte, dass sie von den Eigent\u00fcmern unter dem Vorwand der Pandemie illegal entlassen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Betroffenen blieben hartn\u00e4ckig. Die Bewegung kann &#8211; angesichts der Gesamtsituation des Kampfes der Textilarbeiter*innen in Bangladesch &#8211; als ein Sieg der Arbeiter*innenklasse in Bangladesch gesehen werden. Besonders herausragend ist der beispiellose Internationalismus und die Solidarit\u00e4t, die von Gewerkschaften, Arbeiter*innenorganisationen und Genoss*innen auf der ganzen Welt gezeigt wurde, um sich an die Seite der Arbeiter*innen bei Dragon Sweater zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der langen Geschichte des Kampfes der Textilarbeiter*innen in Bangladesch ist dies das erste Mal, dass internationale Aktionen mit solch einer beispiellosen Koordination und Solidarit\u00e4t durchgef\u00fchrt wurden. Die Global May Day Initiative, die Freie Arbeiter*innen Union (FAU), Industrial Workers of the World (IWW), die Internationale Konf\u00f6deration der Arbeiter*innen (IKA), CNT (Spanien), FOB (Barsilien), FORA (Argentinien), FGWM (Myanmar), SAC (Schweden) und Freunde aus der ganzen Welt trugen ihren Teil dazu bei, die gerechten Forderungen der Dragon-Arbeiter*innen durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die internationalen Eink\u00e4ufer (wie New Yorker, Lidl und Walmart) durch st\u00e4ndige Aktionen und Demonstrationen unter Druck zu setzen, spielten eine wichtige Rolle und zwangen die lokalen Fabrikbesitzer an den Verhandlungstisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren half die von den Genoss*innen auf der ganzen Welt unterst\u00fctzte <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gofundme.com\/f\/gwtucsolidarity\" target=\"_blank\">Spendenkampagne<\/a><\/strong> den Dragon-Arbeitern besonders dabei, ihre Entschlossenheit aufrechtzuerhalten. Die zus\u00e4tzlichen Ressourcen werden f\u00fcr die dringend ben\u00f6tigten Lebensmittel und medizinische Grundversorgung sowie anstehende Rechtshilfe (gegen f\u00e4lschlich eingereichte Anschuldigungen seitens der Fabrikbesitzers w\u00e4hrend des Kampfes) eingesetzt. Die GWTUC plant Anfang Januar mit der Verteilung der Hilfen zu beginnen, wenn die Spendenkampagne ihren Abschluss gefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt m\u00fcssen wir sagen, dass die internationale Solidarit\u00e4t und Br\u00fcderlichkeit, die in diesem Kampf gezeigt wurde, f\u00fcr immer ein Meilenstein in der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung in Bangladesch bleiben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachrichten-Link: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/tbsnews.net\/economy\/rmg\/labour-ministry-resolves-dragon-sweaterslong-standing-salary-disputes-172246\" target=\"_blank\"><strong>tbsnews.net<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Arbeiter*innen auf der ganzen Welt vereinigt euch!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In Solidarit\u00e4t,<\/p>\n\n\n\n<p>Mahmood Sadaat Ruhul<br>Abteilung f\u00fcr internationale Angelegenheiten<br>Garment Workers&#8216; Trade Union Center (GWTUC)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Solidarit\u00e4t verhilft Textilarbeiter*innen in Bangladesch zum Sieg \u00dcbersetzung des Berichts der GWTUC, HIER das Original auf Englisch. 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