{"id":1785,"date":"2020-04-22T14:59:46","date_gmt":"2020-04-22T12:59:46","guid":{"rendered":"https:\/\/hamburg.fau.org\/?p=1785"},"modified":"2023-09-12T12:04:28","modified_gmt":"2023-09-12T10:04:28","slug":"covid-19-krise-kollektiviert-eure-betriebe-jetzt-szenario-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2020\/04\/22\/covid-19-krise-kollektiviert-eure-betriebe-jetzt-szenario-ii\/","title":{"rendered":"COVID-19-Krise: Kollektiviert eure Betriebe jetzt! Szenario II"},"content":{"rendered":"<p>Mit <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1786 alignleft\" src=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-Spatzen-300x100.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-Spatzen-300x100.jpg 300w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-Spatzen-150x50.jpg 150w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-Spatzen-768x256.jpg 768w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-Spatzen.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>der Kontrolle \u00fcber die Pandemie werden die gesellschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 nicht vorbei sein. Alle Staaten pumpen jetzt Unsummen an Geld in die Wirtschaft, sofern diese es sich leisten k\u00f6nnen, damit der erzwungene Stillstand keine l\u00e4ngerfristigen Folgen hat. Denn es besteht die Gefahr, dass eine f\u00fcr die kapitalistische Wirtschaft l\u00e4hmende Kettenreaktion in Gang tritt. Durch die Einschr\u00e4nkungen, aufgrund der Pandemie, bricht die Nachfrage ein. In der Folge gehen Firmen durch die fehlenden Einnahmen pleite. Die ehemaligen Arbeiter_innen und Angestellten haben weniger Geld zur Verf\u00fcgung, wodurch die Nachfrage weiter einbricht. Wenn das fl\u00e4chendeckend passiert, bricht wom\u00f6glich die grundlegende Versorgung zusammen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir haben bereits einen Text ver\u00f6ffentlicht, in dem wir beim Bankrott einzelner Betriebe empfehlen, zu pr\u00fcfen, ob es eine M\u00f6glichkeit ist, diesen als Belegschaft in Selbstverwaltung weiter zu f\u00fchren, also zu kollektivieren. Im Folgenden soll es um ein weiteres Szenario gehen.<\/p>\n<p>Es soll jetzt nicht dar\u00fcber spekuliert werden, wie wahrscheinlich das Eintreten einer umfassenden Wirtschaftskrise ist, oder was die genauen Mechanismen dahinter sind. Das wurde und wird an anderen Stellen ausreichend diskutiert. Uns reicht es hier, dass es diese M\u00f6glichkeit gibt. Und f\u00fcr den Fall des Eintretens geht es uns darum, etwas Wesentliches in Erinnerung zu rufen, was dem Wesen der kapitalistischen Gesellschaft widerspricht: nur weil die kapitalistische Form der Produktion und Verteilung von Reichtum, in Form von Waren, verschwindet, geht damit nicht der tats\u00e4chliche, stoffliche Reichtum verloren.<\/p>\n<p>In anderen Worten: ein Betrieb mag durch Covid-19 Bankrott gehen und seine Produktionsmittel werden damit ins Abseits gestellt. In der Folge werden weder Arbeitskr\u00e4fte angestellt, noch Waren auf den Markt geworfen. Trotzdem sind die Produktionsmittel auch weiter ohne Verluste vorhanden und haben auch weiterhin das Potential, G\u00fcter herzustellen. Und auch die Arbeiter_innen, die zuvor gegen Lohn dort Waren produziert haben, gibt es noch, genauso deren Wissen, um die ganzen Gegenst\u00e4nde wie, Geb\u00e4ude, R\u00e4ume, Maschinen, Werkzeuge, Pl\u00e4ne u.\u00e4., sinnvoll zu nutzen.<\/p>\n<p>Deshalb, sollte es nun ganz dicke kommen und viele Betriebe die Pforten schlie\u00dfen: nehmt Kontakt mit euren Kolleg_innen auf; sprecht bekannte Kolleg_innen an, die ihre Bekannten ansprechen und so weiter und versammelt euch im Betrieb. Bildet eine Strukur, um Entscheidungen finden zu k\u00f6nnen, ein Betriebskomitee oder -rat, und vernetzt euch mit den Gewerkschaften und anderen Betrieben. Dann \u00fcberlegt gemeinsam, wie der Betrieb sinnvoll zu nutzen ist.<\/p>\n<p>Wenn die Wirtschaft im gro\u00dfen Stil zusammenbricht, geht es um die Versorgung mit allem Lebensnotwendigen, da ist im Zweifel gar nicht die Zeit, um juristische Verhandlungen abzuwarten. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Mobilit\u00e4t, medizinischem Material, Strom und vielem anderem muss sichergestellt werden! Und wer sollte das besser k\u00f6nnen, wenn nicht wir?<\/p>\n<p>Es gibt Beispiele, bei denen das im gro\u00dfen Stil geklappt hat. Dazu muss gar nicht auf die Kollektivierungen im spanischen B\u00fcrgerkrieg zur\u00fcckgeschaut werden. W\u00e4hrend der Wirtschaftskrise 2001 gingen in Argentinien zahllose Firmen bankrott und viele wurden durch die Belegschaft in Selbstverwaltung weitergef\u00fchrt. Je nach Ausma\u00df so einer Bewegung kann das ein Ansto\u00df f\u00fcr eine umfassende soziale Revolution sein, ein Umbau zu einer Gesellschaft, in der nicht mehr der Markt, sondern der Bedarf, die Produktion bestimmt. \u00a0Aber auch ohne dieses Ziel vor Augen muss der Schritt einer Besetzung* nicht gef\u00fcrchtet werden: in Argentinien sind viele besetzte Betriebe im Nachhinein legalisiert worden und produzieren nun selbstverwaltet.<\/p>\n<p>Auch wenn es nicht so hart kommt, wird es einen Kampf um die Verteilung der Lasten durch die Covid-19 Pandemie in der Gesellschaft geben. Es ist nat\u00fcrlich am besten, sich bereits in ruhigen Zeiten zu organisieren und f\u00fcr K\u00e4mpfe und Konflikte vorzubereiten, aber sp\u00e4testens jetzt ist der Zeitpunkt: organisiert euch in Gewerkschaften, bildet Betriebsgruppen, sprecht mit euren Kolleg_innen dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Keine Angst, wir haben eine Welt zu gewinnen!<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1787 alignright\" src=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-auch-ohne-Chef-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-auch-ohne-Chef-300x200.jpg 300w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-auch-ohne-Chef-150x100.jpg 150w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-auch-ohne-Chef-768x512.jpg 768w, https:\/\/hamburg.fau.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Kollektiv-Kampagne-auch-ohne-Chef.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>*Eine Besetzung ist legal m\u00f6glich, zum Beispiel durch eine st\u00e4ndige Betriebsversammlung, umgesetzt beim Kampf gegen die Schlie\u00dfung der Fahrradfabrik \u201cBike Systems\u201d in Nordhausen, 2007, bei der in Selbstverwaltung das Strike Bike produziert wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Kontrolle \u00fcber die Pandemie werden die gesellschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 nicht vorbei sein. Alle Staaten pumpen jetzt Unsummen an Geld in die Wirtschaft, sofern diese es sich leisten k\u00f6nnen, damit der erzwungene Stillstand keine l\u00e4ngerfristigen Folgen hat. Denn es besteht die Gefahr, dass eine f\u00fcr die kapitalistische Wirtschaft&#8230; <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/2020\/04\/22\/covid-19-krise-kollektiviert-eure-betriebe-jetzt-szenario-ii\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1785","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1785"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1853,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1785\/revisions\/1853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hamburg.fau.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}